Samstag, 14. Dezember 2019

Datensammlung soll Risiken besser kalkulierbar machen Aufseher wollen Cyber-Versicherungen zum Durchbruch verhelfen

Angriffe aus dem Netz: Noch werden sie nicht systematisch erfasst und sind die Risiken für Versicherer, die Policen zur Absicherung gegen Schäden solcher Angriffe anbieten, schwer einzuschätzen

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa will Versicherungen gegen Cyber-Attacken mit einer gemeinsamen Datensammlung zum Durchbruch verhelfen. "Zuerst und am dringendsten müssen wir einen standardisierten Berichtsrahmen für Cyber-Vorfälle entwickeln, damit wir die gesammelten Daten miteinander teilen können", sagte der Präsident der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, Gabriel Bernardino, am Dienstag in Frankfurt.

Die Datenbank soll Erstversicherern wie Allianz oder Axa und Rückversicherern wie Munich Re und Hannover Rück helfen, die Risiken zu beurteilen und angemessene Versicherungsprämien zu berechnen. Bisher scheuen viele Versicherer einen stärkeren Einstieg in dieses Geschäft, da ihnen Erfahrungswerte zu möglichen Schäden fehlen. Andererseits betrachten Experten diesen Bereich als Wachstumsfeld.


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So rechnet die Munich Re angesichts der Gefahren durch Hacker-Angriffe und Schadsoftware mit stark steigender Nachfrage nach Cyber-Versicherungen in Europa. Bis zum Jahr 2025 dürften die Prämieneinnahmen der Branche in diesem Segment von zuletzt 600 Millionen auf 5 Milliarden US-Dollar (4,5 Milliarden Euro) steigen, hatte Munich-Re-Managerin Doris Höpke im Oktober gesagt. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum um durchschnittlich 37 Prozent.

Nach Ansicht Höpkes dürfte Europa beim Schutz gegen Cyber-Risiken damit in einigen Jahren auf Augenhöhe mit den USA kommen. Von dort stammt bisher der Löwenanteil des Geschäfts. Weltweit nahm die Branche nach Berechnungen der Munich Re in der Cyber-Versicherung 2018 rund 5,3 Milliarden Dollar Prämien ein.

rei/dpa

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