Freitag, 20. September 2019

US-Tech-Konzerne gegen Einreisestopp Apple, Facebook, Google und Co. schreiben Protestbrief an Trump

Tech-Gipfel in New York: Noch im Dezember saßen die Chefs großer IT-Konzerne mit Donald Trump zusammen - inzwischen treten Differenzen deutlich zutage

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Apple-Chef Tim Cook, Amazon-Macher Jeff Bezos und viele mehr - sie alle hatten sich bereits öffentlich kritisch zu dem Erlass geäußert, mit dem US-Präsident Donald Trump am vergangenen Wochenende die Einreise von Bürger aus sieben vorwiegend muslimischen Ländern in die USA untersagte. Insbesondere Bezos hat angekündigt, sowohl rechtlich als auch auf der Ebene der Lobbyarbeit gegen Trumps Maßnahme vorzugehen.

Jetzt haben sich die großen Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley offenbar auf eine weitere, gemeinsame Aktion geeinigt. Wie das US-Tech-Blog Recode berichtet, arbeiten mehrere US-Technologie-Unternehmen gemeinsam an einem Protestbrief an Trump gegen dessen Einreisestopp. Tech-Konzerne wie Alphabet Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen, Facebook Börsen-Chart zeigen oder Uber seien federführend bei dem Vorhaben, so Recode. Es werde zudem daran gearbeitet, weitere Firmen auch anderer Branchen ins Boot zu holen.

Laut Recode beteiligt sich beispielsweise auch ein nicht namentlich genannter Konsumgüterhersteller an der Aktion. Der Brief werde die erste großangelegte Maßnahme der US-Wirtschaft gegen Trumps restriktive Immigrationspolitik sein, heißt es in dem Bericht.

Auch einen Entwurf des Briefes, der an das Weiße Haus gehen soll, hat Recode bereits veröffentlicht. Darin betonen die Tech-Konzerne, dass Immigranten in den Vereinigten Staaten immer willkommen waren, und dass das Wachstum der Unternehmen sowie deren Fähigkeit, Jobs zu schaffen, auch vom Beitrag der Arbeitskräfte aus dem Ausland abhänge.

Es sei zweifellos wichtig, dass das Einwanderungssystem der Vereinigten Staaten den heutigen Sicherheitsanforderungen genüge, so der Entwurf weiter. Pauschale Verdächtigungen seien jedoch der falsche Ansatz.

Abschließend wollen die Tech-Konzerne dem Präsidenten laut Briefentwurf ihre Unterstützung anbieten bei der Ausarbeitung einer Immigrationspolitik, die sowohl den Erfordernissen der US-Wirtschaft als auch den amerikanischen Werten entspreche.

"Wir stellen sowohl Amerikaner als auch Menschen aus dem Ausland ein", so der Entwurf. "Sie alle arbeiten zusammen, um unsere Unternehmen zum Erfolg zu führen und den Beschäftigungsgrad insgesamt zu steigern."

Präsident Trump hatte Ende vergangener Woche einen Erlass unterzeichnet, wonach Flüchtlinge aus Syrien nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Ebenso gilt dem Dekret zufolge gegenwärtig ein Einreiseverbot für Menschen aus Iran, Irak, dem Jemen, Libyen, Somalia sowie dem Sudan.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Darüberhinaus bereitet Trump gegenwärtig Berichten zufolge einen weiteren Erlass vor, der die Regelungen für Arbeitsvisa ändern soll. Auf Basis solcher Visa halten sich viele Ausländer in den USA auf, die insbesondere in der Tech-Industrie beschäftigt sind. Gut möglich, dass die IT-Konzerne ihr Schreiben auch mit Blick auf diese noch in Planung befindliche Verordnung Trumps verfassen.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung