Dienstag, 28. Januar 2020

Bezahldienste Otto bläst zum Angriff auf Paypal

Smartphone statt Geldbörse: Wie Paypal & Co. das Bezahlen revolutionieren
Corbis

3. Teil: Warten auf den Startschuss

Für Nils Winkler ist das alles Zukunftsmusik. Er konzentriert sich erst einmal darauf, das Geschäft hierzulande in Gang zu bekommen. Die Voraussetzungen dafür könnten schlechter sein: So steht Yapital zum Marktstart mit Otto-Marken wie Sportscheck, Manufactum, Heine, Baur, Bonprix, Schwab, Witt und Otto selbst nicht nur gleich ein ganzes Händlernetzt on- sowie offline zur Verfügung. Auch auf der Inkasso- und Finanzdienstleistungesebene verfügt die Nummer drei bei den Onlineshops in Deutschland mit EOS und Ratepay über jede Menge Know-How.

Dass er zu spät kommt, glaubt Winkler nicht. "Wir hätten etwas früher kommen können", räumt er ein. Aber: "Das Bewusstsein und die Bereitschaft, sich mit dieser neuen Bezahlart zu beschäftigen, muss bei den Menschen auch erst einmal ankommen. Und dieser Prozess findet gerade statt."

Wenn es soweit ist, will Yapital bereit sein - und als Europa-Spezialist punkten. Denn die Unterschiede zwischen europäischem und US-amerikanischem Markt sind erheblich, weiss auch Jacob de Geer, Gründer und CEO des Bezahldienstleisters iZettle. So erheblich, "dass viele US-Unternehmen merken werden, dass es hier deutlich schwieriger ist als sie eigentlich dachten", ist er überzeugt.

Entsprechend macht sich Yapital erst einmal auf, den europäischen Markt zu besetzen. Nach dem Start in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern soll der Service relativ zügig auf der ganze Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) ausgedehnt werden.

Hier setzt Winkler auf einen Heimvorteil, will neben einer einheitlichen Preisgestaltung, einheitlichen Ansprechpartnern auch mit hohem Datenschutz und -Sicherheitsanforderungen punkten. "Das wir europäisch sind, ist hier ein klarer Vorteil", glaubt er.

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