Erster Pizza-Lieferflug in Neuseeland Domino's will Drohnen-Pizza-Service auch in Deutschland testen

Test-Paketzustelldrohne der Deutschen Post

Test-Paketzustelldrohne der Deutschen Post

Foto: Nikolai Wolff/ dpa

Das Unternehmen nennt es den "ersten kommerziellen Drohnen-Lieferservice der Welt": Die Pizzakette Domino's hat am Donnerstag im neuseeländischen Auckland erstmals eine Pizza auf dem Luftweg zugestellt - ob sie am Ende der Reise noch heiß war, verschweigt die zugehörige Pressemitteilung.

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Der Demonstrationsflug sei der letzte Schritt des Genehmigungsverfahrens des Drohnenherstellers Flirtey, teilten die beiden Unternehmen mit; im Laufe des Jahres würden erste Filialen in Neuseeland mit Test-Lieferungen an Kunden beginnen. Künftig wolle Domino's den Drohnenservice auch in Australien, Belgien, Frankreich, Holland, Japan und Deutschland ausprobieren. Kunden der Kette sollen künftig per App bestellen - Drohnen steuerten dann das Smartphone des Bestellers via GPS an.

"Wir haben immer gesagt, dass es keinen Sinn ergibt, eine Zwei-Kilo-Bestellung mit einer Zwei-Tonnen-Maschine zu befördern", zitiert die Mitteilung Domino's-CEO Don Meji. "Die Reichweite einer Drohne ist viel größer als die unserer anderen Optionen, die von Verkehr, Straßen und der schieren Weite des Landes eingeschränkt werden." Drohnen könnten es seinem Unternehmen ermöglichen, die Lieferzeiten auch in Zeiten steigender Bestellungen zu verringern.

Kritik von den Grünen und der Konkurrenz

Neuseeland hatte im vergangenen Jahr als eines der ersten Länder seine Luftfahrtgesetzgebung für kommerzielle Lieferdrohnen geöffnet. Das Land arbeite aktiv daran, "zu einem Prüfstand für neue Transporttechnologien zu werden", teilte Transportminister Simon Bridges in einer separaten Pressemitteilung mit.

Neuseelands Green Party gab sich derweil kritischer: "Was ist mit den Jobs der Pizzalieferanten?", zitiert Bloomberg  aus einem Tweet der Partei: "Die Regierung verbündet sich mit großen Unternehmen, um eure Jobs durch Roboter zu ersetzen."

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert  zudem den Drohnenhersteller X-craft Enterprises: Laut dessen Chef Philip Solaris habe Neuseeland zwar seine Gesetze angepasst - Drohnen müssten aber immer noch in Sichtweite von Menschen fliegen. Er könne sich nicht vorstellen, dass ein Lieferdienst kommerziell erfolgreich betrieben werden könne, "weil man die ganze Zeit jemanden hinter der Drohne herlaufen lassen müsste, um sie im Auge zu behalten." Auch müsse das Fluggerät mit Gefahrquellen wie Stromkabeln, Fahrzeugen oder spielenden Kindern klarkommen.