Donnerstag, 14. November 2019

Studie nennt deutsche Unternehmen "saturiert" Manager schieben digitalen Rückstand auf die Mitarbeiter

Ausbildung zur Programmierung von Robotern bei Audi

2. Teil: Ranking zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland lässt größte Chancen liegen

Die vom Marktforscher GfK im Etventure-Auftrag erhobene Managersicht wird zum Teil von objektiven Daten gestützt. Im Länderranking zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit, das die Schweizer Organisation IMD am gestrigen Donnerstag veröffentlicht hat, steht Deutschland auf Platz 17 von 63 Ländern. Das Vorrücken vom 18. Platz im Vorjahr (zu Lasten von Österreich, das von Rang 15 auf 20 zurückfiel) ist für sich genommen kaum bemerkenswert. Auch die Top 5 bleiben unverändert: USA, Singapur, Schweden, Dänemark, Schweiz.

Im Detail jedoch werden die digitalen Stärken und Schwächen offenkundig. Vergleichsweise gut schneidet Deutschland zwar im Teilindex "Knowledge" mit Platz 12 ab. Dies ist jedoch das Ergebnis einer sehr widersprüchlichen Mischung einzelner Indikatoren. Nach dem Anteil der naturwissenschaftlichen Absolventen steht das Land an der Weltspitze, nach dem Einsatz von Robotern in Bildung und Forschung auf Platz 2, nach der beruflichen Weiterbildung auf Platz 3.

Deutschland nutzt vorhandene technische Möglichkeiten nicht

Sehr schwach hingegen fällt die Beteiligung von Frauen an der Forschung aus, ebenso wie die Verbreitung akademischer Abschlüsse in der Bevölkerung. Und zu den Schlusslichtern zählt Deutschland tatsächlich in der Kategorie "digitale technologische Fertigkeiten": Rang 55 von 63. Die Summe der talentbasierten Indikatoren zeigt seit Jahren eine absteigende Tendenz.

Noch schlechter fällt im insgesamt mittelmäßigen Teilindex "Future Readiness" die "Agilität der Unternehmen" in Bezug auf "Chancen und Bedrohungen" aus - da gab es nur Rang 56. Insofern bekommt neben den Managern mit ihrer Mitarbeiterschelte auch Etventure-Berater Depiereux mit seiner Managerschelte recht.

Als wahres Problem der digitalen Wettbewerbsfähigkeit jedoch erscheint im IMD-Index der Teilindex "Technology" - mit einem riesigen Widerspruch: Deutschland hat so günstige Finanzierungsbedingungen wie kein anderes Land (Rang 1 nach Kreditrating) und ist mit den technischen Möglichkeiten weit vorn (Rang 3 nach digitalem geistigen Eigentum), lässt dieses Potenzial aber brachliegen.

In Bezug auf Investitionen und digitale Infrastruktur häufen sich die Werte in den sehr schlechten 50ern - mit absteigender Tendenz. Offenbar fehlt es Staat und Unternehmen einfach am Willen zum Investieren.

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