Samstag, 14. Dezember 2019

Sprint verhandelt mit Wettbewerbern T-Mobile US vorerst aus dem Rennen um Sprint

Konnte das Management von Sprint von einer möglichen Fusion offenbar nicht überzeugen: T-Mobile-US-Chef John Legere

In den USA kamen sich Sprint und T-Mobile bei Fusionsgesprächen offenbar kaum näher. Jetzt hat Sprint die Gespräche auf Eis gelegt und verhandelt nun exklusiv mit zwei US-Kabelfirmen über eine enge Zusammenarbeit.

Beim Poker um die Zukunft des US-Mobilfunkanbieters Sprint hat die Deutsche Telekom offenbar Konkurrenz bekommen. Sprint verhandelt einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge derzeit mit den beiden US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit.

Dabei gehe es darum, wie die beiden Kabelkonzerne die Dienste von Sprint zum Ausbau ihrer mobilen Angebote nutzen können, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montagabend (Ortszeit). Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Telekom-Tochter T-Mobile US auf Eis.

Möglicherweise investieren die beiden Kabelkonzerne in das Mobilfunknetz von Sprint. Zudem könnten sie sich auch direkt an Sprint beteiligen. Ebenso sei eine gemeinsame Übernahme von Sprint durch Charter und Comcast möglich - dies sei allerdings das am wenigsten wahrscheinliche Szenario.

Durch die Gespräche mit den beiden Kabelbetreibern sei die Möglichkeit einer Fusion von Sprint und T-Mobile US aber noch nicht vom Tisch, hieß es in dem Bericht weiter. Sollte Sprint mit Charter und Comcast nur zu einer Vertriebsvereinbarung kommen, sei dies weiter eine Option. In den bisherigen Gesprächen seien sich die Telekom-Tochter und Sprint aber nicht viel näher gekommen.

Sprint und T-Mobile kamen sich offenbar kaum näher

In der vergangenen Woche hatte das "Handelsblatt" berichtet, dass die Telekom jetzt mit Blick auf die US-Tochter offiziell umgeschwenkt habe. Die Bonner wollen demnach das wachstumsstarke US-Mobilfunkgeschäft mit Sprint zusammenlegen, statt es wie ursprünglich geplant zu verkaufen. Dabei solle die unternehmerische Führung bei den Bonnern liegen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Das manager magazin hatte bereits in seiner Mai-Ausgabe über diese Pläne berichtet (siehe Kasten). Bislang sind Zusammenschlüsse in der hart umkämpften US-Mobilfunkbranche oft an Kartellbedenken gescheitert. Das könnte sich unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump aber ändern.

Die ganze Geschichte

rei/dpa/Reuters

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