Sonntag, 18. August 2019

Telekom-Gewinn steigt dank T-Mobile US Höttges US-Gewinnmaschine läuft und läuft

Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges (l.) und John Legere, Chef der Tochter T-Mobile US
DPA, Getty Images for HBO
Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges (l.) und John Legere, Chef der Tochter T-Mobile US

Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges kann sich auf seinen US-Statthalter John Leger verlassen. T-Mobile US wird immer wichtiger für die Telekom und steuert bereits die Hälfte zum Konzernergebnis bei. Das Wachstum auf dem Heimatmarkt nimmt sich dagegen bescheiden aus.

Die Deutsche Telekom hebt nach einem Gewinnsprung ihre Prognose für das Gesamtjahr leicht an. Dank florierender Geschäfte ihrer amerikanischen Tochter T-Mobile US legte das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) im zweiten Quartal um 8,9 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu, teilte der Konzern am Donnerstagmorgen mit.

T-Mobile US steuerte dabei 2,9 Milliarden Euro zu - 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Aber auch im deutschen Heimatmarkt liefen die Geschäfte besser. Für 2017 erwartet der Vorstand nun einen Anstieg des bereinigten Betriebsergebnisses auf rund 22,3 Milliarden Euro. Zuvor waren rund 22,2 Milliarden Euro geplant.

Auch beim Nettogewinn legten die Bonner deutlich zu: plus 40,7 Prozent auf 874 Millionen Euro. Dabei half der Ausstieg aus der Kleinanzeigenbörse Scout24, der für einen Sondererlös sorgte. Andererseits musste der Konzern erneut eine Abschreibung auf seine Beteiligung am britischen Telefon-Riesen BT vornehmen - der Wert minderte sich um rund 400 Millionen Euro. BT leidet unter dem Brexit-Votum, Gewinnwarnungen und einem Bilanzskandal.

Der Umsatz der Telekom stieg im Halbjahr um sechs Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Das war etwas besser als vom Markt erwartet: Analysten hatten bei 18,7 Milliarden Euro Umsatz mit 5,756 Milliarden Betriebsgewinn gerechnet.

T-Mobile US hatte bereits im Juli Gewinnzuwächse für das Quartal verkündet und geht damit gestärkt einer möglichen Konsolidierung des Heimatmarktes entgegen. Die Telekom-Tochter hatte den US-Markt mit Milliarden-Investitionen und Tarifsenkungen aufgemischt. Sie ist damit auch der entscheidende Wachstumsmotor für den Mutterkonzern. Die Telekom hält zwei Drittel der Aktien.

Die US-Tochter steht als Nummer drei am US-Markt immer wieder im Mittelpunkt von Spekulationen über Zusammenschlüsse. Als möglicher Partner wurde der Konkurrent Sprint ins Spiel gebracht. Bei diesem steht aber auch eine mögliche Fusion mit dem Kabelnetzbetreiber Charter Communications im Raum. Sprint-Chef Marcelo Claure hatte Übernahmephantasien erst am Dienstag befeuert, als er sagte, es könne bald eine Erklärung zu Fusionsgesprächen geben.

Doch auch im deutschen Heimatmarkt konnte die Telekom leichte Zuwächse verbuchen. Der Umsatz legte auf 5,4 Milliarden Euro zu, das Betriebsergebnis landete bei 2,1 Milliarden Euro - rund 1,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Auch die Kundenzahlen seien gestiegen.

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rei/Reuters

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