T-Mobile-US-Chef John Legere Mr. Telekom sorgt allein für das Wachstum

John Legere ist Mr. Telekom. Ohne den schillernden Chef der Tochter T-Mobile US würde der Konzern kaum noch wachsen. Die Tochter trägt bereits 37 Prozent zum operativen Konzernergebnis bei. Mit einem Ergebnisplus von 56 Prozent hat Legere erneut seine Visitenkarte für höhere Weihen abgegeben.
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Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Quartal bei Umsatz und Ergebnis zugelegt. Dabei profitierte der Konzern vor allem von florierenden Geschäften ihrer einst ungeliebten Tochter T-Mobile US. Im ersten Quartal brachte vor allem sie das Wachstum.

Im hart umkämpften deutschen Markt hingegen sanken die Erlöse leicht, auch in Europa gingen sie zurück. Auf dem Heimatmarkt wollen die Bonner weiterhin viel investieren und bei Glasfaseranschlüssen weiter wachsen. Die Jahresprognosen und mittelfristigen Ziele bestätigte der Konzern.

Nach dem Gewinnsprung will der Konzern mehr Geld in den Ausbau seiner Netze investieren. Die Investitionen seien im ersten Quartal um zwölf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen. Im Gesamtjahr sollen die Ausgaben auf 11,2 Milliarden Euro von 10,8 Milliarden Euro zunehmen.

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Leisten kann sich der größte Telefon-Konzern Europas die Offensive, da das US-Geschäft derzeit von Erfolg zu Erfolg eilt. Umsatz, Gewinn, Neukunden - in quasi allen Bereichen konnte der schillernde US-Manager John Legere Ende April glänzende Zahlen in die Zentrale melden. T-Mobile US hat nach dem ersten Quartal auch die eigenen Erwartungen nach oben geschraubt.

Ergebnis von T-Mobile US wächst um 56 Prozent

Im Zeitraum Januar bis März kletterten die Erlöse der US-Tochter auch dank etwas Unterstützung durch die Dollar-Entwicklung um 13,2 Prozent auf 7,816 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) stieg sogar um fast 56 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Darin enthalten sind positive Buchungseffekte eines neuen Angebots für die Kunden in den USA, die Smartphones und Tablets seit vergangenem Jahr auch mieten können.

Konzernweit legte der Umsatz der Telekom um 4,7 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro zu, teilte die Telekom am Mittwoch mit. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 12,9 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Damit lag der Konzern leicht über den Markterwartungen.

Der um Sonderfaktoren bereinigte Nettogewinn (Konzernüberschuss) stieg um rund 1 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro an. Hier machten sich vor allem höhere Abschreibungen und eine gestiegene Steuerlast bemerkbar.

Inklusive aller Sonderfaktoren, kletterte der Nettogewinn von 787 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,13 Milliarden Euro an. Das lag vor allem an einem milliardenschweren Beitrag aus dem Verkauf der Anteile am britischen Gemeinschaftsunternehmen EE. An der Börse sorgten die Zahlen und Aussagen für Ernüchterung. Die Aktie der Telekom büßte zunächst rund 1 Prozent ein.

Die Erlöse in Deutschland, das für gut 30 Prozent des Gesamtumsatzes steht, gingen um 2,5 Prozent zurück. Hier machte sich unter anderem ein geringes Geschäft mit Endgeräten wie zum Beispiel Smartphones an andere Anbieter bemerkbar, das der Konzern runterfuhr. Der Rückgang der Service-Umsätze im Mobilfunk um 1,7 Prozent ging auf Rabatte für den Tarif Magenta-Eins zurück, die anfallen, wenn Kunden in dieses für sie günstigere Bündel-Produkt wechseln.

Weniger Gewinn in Deutschland und ganz Europa

Die Zahl der Mobilfunkkunden konnte die Telekom leicht steigern, besonders stark stieg die Anzahl der Glasfaserkunden an. Der bereinigte operative Gewinn sank in Deutschland um 1,4 Prozent - allerdings hat das deutsche Geschäft nach wie vor den größten Anteil am operativen Ergebnis.

Im Europageschäft ging der Umsatz um 2,4 Prozent und das bereinigte Ebitda um drei Prozent zurück. Beim Umsatz machten sich ungünstige Wechselkurse und der Abschied aus einem kleineren Randgeschäft bemerkbar. Aus eigener Kraft blieben die Erlöse fast stabil. Das Systemgeschäft wuchs dagegen bei allen Kennziffern deutlich - vor allem die Nachfrage nach der Cloud stieg an.

rei/dpa/reuters
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