Telekom-Umbau könnte tausende Jobs kosten Telekom-Chef verliert offenbar Geduld mit Deutschland-Geschäft

Alles bestens? Wohl kaum. einem Bericht zufolge zeigt sich Konzernchef Timotheus Höttges äußerst unzufrieden mit dem Deutschland-Geschäft der Telekom

Alles bestens? Wohl kaum. einem Bericht zufolge zeigt sich Konzernchef Timotheus Höttges äußerst unzufrieden mit dem Deutschland-Geschäft der Telekom

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Bei der Telekom, so schien es zuletzt, hatte man sich daran gewöhnt, dass der einstige Verkaufskandidat T-Mobile US das stärkste Pferd im Stall ist und der Heimatmarkt hinterherläuft. "Zufrieden" mit dem Erreichten zeigte sich Konzernchef Höttges bei der Präsentation der Halbjahresbilanz im August.

Hatte das Unternehmen doch erstmals seit Beginn der Liberalisierung im deutschen Telekommarkt die Serviceumsätze stabilisieren können. "Stabilisieren" wohlgemerkt. Dabei war die Kundenzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent auf 28,6 Millionen Kunden gefallen.

Auf der anderen Seite des Atlantiks treibt der charismatische T-Mobile-US-Chef John Legere der Telekom mit seinem aggressiven Expansionskurs Quartal um Quartal Millionen neue Kunden zu und steigert den Gewinn fortwährend prozentual zweistellig.

Zum Halbjahr trug das Deutschlandgeschäft nur noch 28,8 Prozent zum Konzernumsatz von rund 35,5 Milliarden Euro bei, die US-Tochter hingegen 45,5 Prozent - und das bei gut 20.000 weniger Beschäftigten in den USA.

Auch T-Systems, Osteuropa- und Griechenlandgeschäft auf dem Prüfstand

Alles zufriedenstellend also? Wohl kaum.

Denn offenbar steht der Konzern vor einem Umbau, bei dem vor allem in Deutschland mehrere Tausend Jobs wegfallen könnten , berichtet das "Handelsblatt" (kostenpflichtig). Zwar seien bei dem gemeinsamen Strategietreffen in der vergangenen Woche von Vorstand und Aufsichtsrat zu einer möglichen Neuausrichtung des Konzerns noch keine Beschlüsse gefällt worden. Die Überlegungen scheinen aber sehr weitreichend zu gehen.

Dem Bericht zufolge könnten im Deutschlandgeschäft der Deutschen Telekom bis zum Jahr 2022 mehrere Tausend Stellen wegfallen. Die Telekom müsse verschärft auf Effizienz achten, heißt es in dem Bericht. Konzernchef Timotheus Höttges verliere mittlerweile die Geduld.

Überprüft würden auch die Engagements in Osteuropa und in Griechenland. Bis Weihnachten könnte sogar ein Teilverkauf der Geschäftskundensparte T-Systems vollzogen sein. Der Konzern selbst wiegelte auf Anfrage ab. Umbau sei ein kontinuierlicher Prozess. Es gebe keinen Plan zum massiven Stellenabbau - auch wenn technologiebedingt Stellen wegfallen würden. Aber immer sozialverträglich, wie es heißt.

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