Dienstag, 24. September 2019

Deutsche Telekom Wie es zum rasanten US-Comeback kam

Größte Fusionen: Europas Telcos im Übernahmefieber
DPA

Die Telekom frohlockt angesichts weltweit steigender Kundenzahlen. Vor allem der Turnaround im US-Geschäft erfreut. Konzernchef Obermann und Finanzchef Höttges dürfen ihr eigentliches Ziel jedoch nicht aus den Augen verlieren: Ein Käufer von T-Mobile USA stünde wohl ab Januar bereit.

Bonn - Die gute Laune war René Obermann und Timotheus Höttges bei der Präsentation der Halbjahreszahlen der Deutschen Telekom anzumerken. Schließlich hatten der aktuelle Konzernchef und sein derzeit noch als Finanzchef tätiger Nachfolger durchaus erfreuliches zu vermelden.

Solide Zuwächse im Fernsehgeschäft, solide Zuwächse im Geschäft mit Breitbandkunden. 434.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden in Deutschland, 258.000 bei den europäischen Beteiligungen. "Exemplarisch für unseren Markterfolg steht vor allem eine Zahl", sagte Obermann, "diese Zahl lautet 688.000". So viele Amerikaner haben sich in den vergangenen drei Monaten für T-Mobile USA entschieden.

In der Tat trägt die Entwicklung in den Vereinigten Staaten einige Anzeichen einer Turnaround-Story. So hatte die amerikanische Telekom-Tochter bis März dieses Jahres 16 Quartale in Folge Vertragskundenverluste erlitten. Im Vergleichsquartal des Vorjahres suchten beispielsweise noch 571.000 Kunden das Weite.

Ursprünglich war die Telekom auch in diesem Jahr noch von einem Vertragskundenverlust ausgegangen - was im ersten Quartal auch noch der Fall war. Mittlerweile hat sich das Blatt indes gedreht.

Größere 4G-Abdeckung als Konkurrent Sprint Nextel

"Wir planen weitere 500.000 bis 700.000 Kunden hinzuzugewinnen", sagte Obermann in der heutigen Telefonkonferenz. Jetzt rechnet die Telekom in den USA mit bis zu 1,2 Millionen Neukunden für das Gesamtjahr. Derzeit sind es insgesamt rund 44 Millionen. Davon stammen rund 8,9 Millionen aus dem ehemaligen Kundenstamm des im Frühjahr übernommenen Wettbewerbers MetroPCS.

Nach der gescheiterten Fusion zwischen T-Mobile und AT & T gilt der im Frühjahr vollendete MetroPCS-Deal als eigentliche Initialzündung für das US-Geschäft des Magentakonzerns. Denn seither forciert der Konzern den Ausbau der neuen schnellen LTE-Netze. Milliardeninvestitionen, die die Telekom zuvor lange gescheut hatte.

Beim Ausbau der amerikanischen 4G-Netze kommt die Telekom sogar schneller voran als ursprünglich geplant. Statt der noch im Frühjahr anvisierten Netzabdeckung für rund 100 Millionen US-Kunden, sollen es bis Ende des Jahres 200 Millionen sein. Schon jetzt stellt T-Moblie USA mit seinen 4G-Funktürmen ein Netz für rund 157 Millionen potenzielle Kunden bereit. Zum Vergleich: Der größere Wettbewerber Sprint Nextel Börsen-Chart zeigen meldete zuletzt eine 4G-Abdeckung von 55 Millionen.

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