Interview mit BDI-Präsident Grillo und Börse-CEO Kengeter Deutsche Industrie wirbt für Fusion von Deutscher Börse mit London Stock Exchange

Unterstützt im Gespräch mit manager-magazin.de den Fusionsplan der Deutschen Börse: BDI-Präsident Ulrich Grillo.

Unterstützt im Gespräch mit manager-magazin.de den Fusionsplan der Deutschen Börse: BDI-Präsident Ulrich Grillo.

Foto: Stephanie Pilick/ dpa

Der Präsident des Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, wünscht sich einen Zusammenschluss der Deutschen Börse mit deren Pendant in London. Ein fusionierter Börsenbetreiber sei "größer, profitabler, stärker", sagte Grillo in einem gemeinsamen Interview mit Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter gegenüber manager-magazin.de. "Größe ist auf dem globalisierten Kapitalmarkt wichtig. Für uns in der Industrie heißt das: Unser Partner wird leistungsfähiger und sicherer - und zwar nicht nur für die Aktie, sondern auch für alle anderen Kapitalmarktinstrumente, die viele familiengeführten Mittelständler nutzen", so Grillo.

Er erhofft sich zudem für junge Wachstumsfirmen durch die Fusion einen besseren Zugang zu Kapital als in Deutschland: "London ist mit der Finanzierung der Start-up-Wirtschaft weiter. Davon können dann auch junge deutsche Unternehmen eher profitieren", sagte Grillo.

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Die Deutschen Börse  und ihr Londoner Pendant (LSE ) hatten im Frühjahr ihre Fusionspläne bekannt gegeben. Gemeinsam kämen sie auf einen Börsenwert von rund 25 Milliarden Euro und wären voraussichtlich der gewinnstärkste Börsenbetreiber der Welt.

Kengeter deutete an, mit weiteren Details zur geplanten Fusion bis nach dem 23. Juni zu warten. Dann stimmen die Briten über ihren Verbleib in der Europäischen Union ab. "Wir sehen schon auch, dass wir unsere Aktionäre nicht unbedingt vor dieser Wahl, die dort stattfindet, mit unserem Angebot konfrontieren", so Kengeter.

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Bei einem Verbleib der Briten in der EU rechnet er mit höheren Chancen für seine Fusionspläne, vor allem in den wichtigen Gesprächen mit den Genehmigungsbehörden: "Ich glaube, in der öffentlichen Debatte ist die Fusion bei einem Verbleib Großbritanniens einfacher zu erklären", so Kengeter. Er selbst habe bislang imFusionsprozess gelernt, sich persönlich ein wenig zurückzunehmen: "Natürlich ist jeder Mensch ein bisschen geneigt, das als wichtig anzusehen, was er selbst denkt. Aber man muss das andere erkennen", sagte Kengeter.

Zu seiner persönlichen Zukunft an der Spitze des Dax-Konzerns im Falle eines Scheiterns der Fusionspläne sagte er: "Mit spekulativen Szenarien beschäftige ich mich nicht."

Was der BDI-Präsident dem Börsen-Chef für den Umgang mit Bürokraten rät und was CEO Kengeter in dem Fusionsprozess schon Neues über sich gelernt hat - lesen Sie das gesamte Doppelinterview mit Ulrich Grillo und Carsten Kengeter hier

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