Dienstag, 10. Dezember 2019

Angebotsfrist für Nokias Kartendienst läuft ab Deutsche Autobauer bereiten Milliarden-Offerte vor

"HERE Real Time Traffic" liefert Verkehrsdaten in Echtzeit

Das Interesse an Nokias Kartendienst Here ist weltweit groß. Kurz vor Fristende feilen BMW, Daimler und Audi an einer Milliarden-Offerte - mit dem Kauf wollen sie sich unabhängiger machen.

Die Frist für Gebote um Nokias Kartendienst Here soll am Donnerstag ablaufen. Eine Offerte soll offenbar noch von deutschen Autobauern eingehen. BMW, Daimler und Audi bereiten nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ein milliardenschweres Angebot vor.

Analysten schätzen den Wert des Kartendiensts auf zwei bis vier Milliarden Euro, Nokia strebt offenbar einen Preis von mindestens drei Milliarden Euro an.

Das Interesse an digitalen Kartendiensten ist hoch, weil die Positionsdaten unter anderem dazu benötigt werden, fahrerlose Autos zu steuern. Auch Logistikunternehmen wie Amazon oder FedEx verlassen sich zunehmend auf die Daten digitaler Kartendienste.

Die Autobauer wollen mit dem Kauf des Kartendienstes eine Abhängigkeit von anderen Karten-Anbietern wie Google vermeiden. BMW und Daimler äußerten sich dazu nicht. Bei Audi war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch der Fahrdienstvermittler Uber soll bereits ein Gebot von drei Milliarden Euro abgegeben haben. Facebook wurde ebenfalls bereits als möglicher Käufer genannt. Zudem soll Nokia auch Apple angesprochen haben.

Nokia hatte sich nach dem Verkauf seiner Handy-Sparte an Microsoft vor allem auf das Geschäft mit Ausrüstung für Telekommunikationsnetze konzentriert. Der Kartendienst ist das zweite, wenn auch deutlich kleinere Standbein. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der ehemalige Nokia-Chef Stephen Elop seinen derzeitigen Arbeitgeber Microsoft wieder verlässt.

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