Donnerstag, 22. August 2019

Amazon-Rivale Alibaba muss kämpfen Deshalb fliehen Anleger aus der Alibaba-Aktie

Jack Ma: Sein Konzern Alibaba legte 2014 den größten Börsengang aller Zeiten aufs Parkett

Erst war es die Erfolgsgeschichte des Jahres 2014 - der Aufstieg des Ex-Lehrers Jack Ma und seines Onlinehändlers Alibaba Börsen-Chart zeigen zum gefeierten Börsenstar. Aktuell wird in vielen Medien der zweite Teil des Dramas zelebriert: Der Beginn des Absturzes des verheißungsvollen Börsenstars.

Tatsächlich hat der chinesische Onlinehändler aktuell mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen. In den USA untersucht die Börsenaufsicht SEC, ob Alibaba vor seinem Börsengang in den USA das Problem mit Fälschungen angemessen im Börsenprospekt berücksichtigt hat. Das "Wall Street Journal" berichtet ausgiebig über falsche Bestellungen auf der chinesischen Online-Plattform, mit denen Händler sich eine prominentere Platzierung ihrer Ware erschwindeln.

Und Taiwan droht Alibaba sogar mit dem Rausschmiss, weil sich der Onlinehändler dort nicht ordnungsgemäß als chinesisches Unternehmen registriert, sondern offenbar mit einer ausländischen Holding angemeldet hatte.

Aktionäre werden nervös

Schlechte Nachrichten, die den Kurs der Alibaba-Aktie in den Keller schickten. Am Mittwoch sank die Aktie auf ein Allzeittief und hielt sich nur knapp über 80 Dollar. Damit hat das Papier seit seiner Hochphase im November, als die Aktie zeitweise bei 119,45 Dollar notierte, rund 25 Prozent eingebüßt.

Wirklich überraschend scheint die aktuelle Entwicklung für Jack Ma allerdings nicht zu kommen. Erst vor wenigen Wochen warnte er erneut davor, dass schwere Zeiten auf den erfolgsverwöhnten Konzern zukommen dürften. Alibaba befinde sich in der "kritischsten Phase seiner 15-jährigen Geschichte", schrieb er an seine Mitarbeiter.

Angriff auf Amazon

Vom Gas geht der Chinese deswegen aber noch lange nicht. Am Mittwoch kündigte der Konzern an, im Silicon Valley in den den USA ein Rechenzentrum zu errichten, das US-Unternehmen Cloud-Dienste anbieten soll. Ein Bereich, in dem Alibabas-US-Wettbewerber Amazon Börsen-Chart zeigen mit seinen Amazon Web Services (AWS) bereits massiv aktiv ist. Allerdings hofft Aliyun, der Technologie-Arm von Alibaba, dadurch zu punkten, dass er neben dem US-Markt auch in China breit vertreten ist.

Ebenfalls am Mittwoch wurde eine weitere Expansion der Chinesen ins Unterhaltungsgeschäft bekannt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters investiert Alibaba umgerechnet 342 Millionen Euro in das TV-Produktions-Geschäft und steigt bei dem Produzenten Beijing Enlight Media ein. Ähnlich wie sein US-Konkurrent Amazon will sich auch Alibaba nicht auf den Handel mit physischen Produkten beschränken, sondern selbst Unterhaltungsangebote wie Filme, Serien und Videospiele für seine Kunden produzieren.

Für einen Abgesang dürfte es da zu früh sein.

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