Durch die Hintertür zurück an die Wall Street Michael Dells gewagtes Finanzmanöver

Michael Dell: Der 52-Jährige muss den von ihm gegründeten Konzern entschulden

Michael Dell: Der 52-Jährige muss den von ihm gegründeten Konzern entschulden

Foto: © Lucas Jackson / Reuters/ REUTERS

Michael Dell ist bekannt für seine spektakulären Manöver an den Finanzmärkten. Ende 2013 nahm der gewiefte Unternehmer mit Hilfe des Investors Silver Lake den 1984 von ihm gegründeten PC-Hersteller für knapp 25 Milliarden Dollar von der Börse.

Im Oktober 2015 dann vollzog Dell den größten Deal in der Geschichte der Technologie-Branche: Für 67 Milliarden Dollar übernahm der Konzern den Datenspeicher-Spezialisten EMC - inklusive dessen Software-Tochter VMware, an der EMC 80 Prozent hielt.

Diese milliardenschwere Übernahme lastet noch immer schwer auf Dell , rund 50 Milliarden Dollar Schulden haben sich bisher angehäuft. Hinzu kommt die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump. Laut dem "Handelsblatt" kann Dell die Zinszahlungen für seine Verbindlichkeiten nach der Steuerreform nur noch zu einem kleinen Teil von der Steuer absetzen.

VMware soll Dell übernehmen

Daher prüft Michael Dell nun Wege aus der Krise. Eines der wahrscheinlichsten Szenarien ist dabei die Rückkehr an die Börse mithilfe von VMware. So soll die kleine Softwarefirma den nach Lenovo und Hewlett-Packard drittgrößten PC-Hersteller der Welt übernehmen, berichtet die Sendergruppe CNBC unter Berufung auf mit dem Thema betraute Personen. Durch diesen sogenannten Reverse-Merger würde Dell den Sprung an die Wall Street durch die Hintertür schaffen, ohne formal gelistet zu sein.

Anteilseigner von VMware waren von dieser Nachricht wenig begeistert. Die Aktie verlor nach Bekanntwerden der Spekulationen rund 16 Prozent an Wert.

Der Verkauf an VMware sei aber nur eine von mehreren strategischen Optionen, die Dell derzeit prüfe, heißt es bei CNBC weiter. Auch ein Kauf der restlichen VMware-Anteile sowie andere Zukäufe seien möglich. Wie sich der Studienabbrecher Michael Dell entscheidet, wird womöglich schon im Februar nach dem Treffen des Aufsichtsrats bekannt werden.

mg