Mittwoch, 29. Januar 2020

Herstellungsstopp für CEO-Klassiker Das klassische Blackberry ist tot - jetzt wirklich

Im Dezember 2014 präsentierte BlackBerry -Chef John Chen noch das "neue" Blackberry Classic. Jetzt verschwindet das Modell, das noch eine Tastatur hat, endgültig vom Markt

Es war einst die Insignie der Großen und Mächtigen - wer es hatte, war wichtig, weil er von unterwegs aus Mails schreiben musste. Zeiten, die lange vorbei sind. Längst haben iPhone und Android-Modelle das Blackberry abgelöst. Selbst US-Präsident Barack Obama und der US-Kongress, die viele Jahre lang eine Art Abo auf das als sicherer geltende Blackberry hatten, sind mittlerweile zur Konkurrenz übergewechselt.

Nun kommt auch das offizielle Aus: Das Tastatur-Modell "Classic", das sich bei der Bedienung stark an alten Blackberry-Geräten orientierte, wird eingestellt. Das "Classic" habe die durchschnittliche Lebenszeit eines Smartphones im heutigen Markt weit überschritten, schrieb Gerätechef Ralph Pini in einem Blogeintrag am Dienstag.

Damit hat sich die Hoffnung von Blackberry-Chef John Chen zerschlagen, mit einer Neuauflage des einst so beliebten Tastatur-Modells, dem Hardware-Geschäft neues Leben einhauchen zu können. Zuletzt war der Marktanteil auf lediglich 0,2 Prozent geschrumpft. Im vergangenen Geschäftsquartal setzte Blackberry noch 500.000 Smartphones zu einem Durchschnittspreis von 290 Dollar ab.

Komplett verabschieden wollen sich die Kanadier trotz aller Misserfolge im Hardware-Geschäft von dem Segment offenbar aber immer noch nicht. Der Konzern will im laufenden Jahr mindestens zwei neue Smartphones mit dem Google-System Android auf den Markt bringen.

Und auch das hauseigene Betriebssystem Blackberry 10, über dessen bevorstehende Einstellung immer wieder spekuliert wird, soll laut Blogeintrag zunächst weiter geführt werden. Für nächsten Monat und 2017 sind weitere Updates geplant.

Der Blackberry-Chef hatte wiederholt erklärt, er werde aus dem Smartphone-Geschäft aussteigen, wenn es nicht gelingen sollte, mit den Geräten Geld zu verdienen. Die Hoffnung darauf hat Chen offenbar noch immer nicht aufgegeben.

Wenn Kultmarken abstürzen

mit dpa-afx

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