Freitag, 19. Juli 2019

Cloud-Software für Vertriebler Der Kampf gegen den Funklochfluch

Vertriebler im Netz: Ohne die richtige CRM-Software geht nichts

Viele Vertriebler arbeiten mittlerweile in der Cloud. Mit der richtigen Software sind auch schwache mobile Datennetze kein Problem - solange Bandbreite und Netz nicht dazwischenfunken.

Hamburg - Florian Lewerken ist viel unterwegs, vor allem in Norddeutschland. Der Vertriebschef des Boots- und Möbelbauunternehmens Kiebitzberg aus Havelberg im Norden Sachsen-Anhalts wählt seine Routen dabei gerne nach dem Kriterium: Durcharbeiten können oder nicht.

Der Grund: Meist arbeitet er im Auto, ein Vertriebskollege sitzt am Steuer. Lewerken nutzt auf solchen Fahrten Software für das Customer Relationship Management (CRM), mit der Kundenbeziehungen im Netz in der Cloud verwaltet werden. "Ich weiß mittlerweile recht genau, auf welchen Landsträßchen ein Funkloch kommt und das Telefonat weg ist", und die Datenübertragung seiner CRM-Software aus der Cloud abbricht. Häufig passiert dies zum Beispiel in Ostfriesland und sobald er sich der niederländischen Grenze nähert. Ganz anders die Bundesstraße B5 in Richtung Berlin: "Da kann man stundenlang durcharbeiten, je näher die Hauptstadt kommt desto schneller wird die Verbindung."

Immer mehr Vertriebler verlassen sich in ihrer alltäglichen Arbeit auf die Cloud. Schließlich sind sie naturgemäß viel unterwegs, der Zugriff auf wichtige Firmenprogramme und Daten sowie der Austausch mit den Kollegen in der Firmenzentrale über die Datenwolke bietet sich an - solange eine ordentliche Funkverbindung verfügbar ist. Gerade auf dem Lande hapert es daran noch häufig: "Es lohnt sich für die Netzbetreiber häufig einfach nicht, diese Lücken zu schließen", sagt Patrick Schneider, Experte für mobiles Arbeiten am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Gleiches gilt entlang vieler Bahntrassen: "Auch dort gibt es nach wie vor Funklöcher."

Die Bahn macht mobil erreichbar

Im Zug kann das W-Lan der Bahn in einigen Fällen für Abhilfe sorgen, dessen Antenne sich im Gegensatz zu iPad und Smartphone nicht durch den faradayischen Käfig des Bahnwaggons kämpfen muss. Bis Ende des Jahres sollen zum Beispiel sämtliche ICE mit W-Lan ausgerüstet sein. Doch wenn weit und breit kein Funkmast steht, hilft die beste Antenne nichts. Weiterer Nachteil: Die Verbindung per W-Lan kostet meist extra.

Vertrieblern bleibt vor allem eines: Programme nutzen, die nur geringe Datenmengen hin- und herschicken und entsprechend wenig Bandbreite brauchen. Dann lädt der Rechner wenigstens schnell die benötigten Daten runter, sobald er kurz online ist. Und beschleunigt das Arbeiten unterwegs, vor allem wenn nur ein schwaches Funksignal verfügbar ist. Die Kölner Softwareschmiede 42he hat deshalb bewusst ein Programm entwickelt, dass nur wenig Bandbreite braucht. "Der mobile Zugriff wird immer wichtiger", sagt Cloud-Experte Sven Sester von 42he. Die kleine Softwareschmiede hat sich in dem von Cloud-Giganten wie Salesforce Börsen-Chart zeigen dominierten Geschäft seine Nische gesucht und konkurriert dort mit anderen auf kleine- und mittelständische Unternehmen fokussierten Anbietern wie SugarCRM, 37signals (Highrise) und Zoho.

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