Montag, 30. März 2020

Coronavirus-Newsticker Europas Bankenaufseher verschieben Stresstest

Europas Bankenaufsicht EBA verschieben den Stresstest

Das Coronavirus breitet sich weltweit aus. Das Wichtigste am Donnerstag im Newsticker.

15.00 Uhr - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher fordert eine enge Abstimmung der Länder und des Bundes. Es könne regional unterschiedliche Antworten auf das Coronavirus geben, sagt der SPD-Politiker. Aber dies könne sich täglich ändern. Gleichzeitig müsse man sicherstellen, dass "alle anderen schweren Erkrankungen weiter von unserem Gesundheitswesen so behandelt werden können, wie wir dies in Deutschland gewohnt sind". Es gebe keinen Grund zur Panik.

- Bayern wird nach Aussagen von Ministerpräsident Markus Söder am Freitag über Schulschließungen entscheiden. Man wolle die Beratung im Kanzleramt am Donnerstag abwarten.

- Die Meldungen aus der Wirtschaft seien "verheerend", sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Es müsse "alles" getan werden, um eine große Rezession zu verhindern. Man müsse in Richtung des früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi denken, der in der Finanzkrise eine ähnliche Ankündigung gemacht hatte.

- Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine entschiedenere Haltung beim Coronavirus gefordert. "Wir wollen keine Panik schüren. Aber wir dürfen Entwicklungen nicht hinterher laufen", sagt er nach einer Sitzung mit den Ministerpräsidenten.

14.45 Uhr - Nach einem Kursrutsch um 7 Prozent ist der Handel an der Wall Street am Donnerstag kurz nach dem Auftakt vorübergehend unterbrochen worden. Die Furcht vor einem größeren Knick in der Weltwirtschaft wegen der Coronavirus-Epidemie lastet weiter auf den Kursen. Der von den USA verhängte Einreisestopp für die meisten Europäer beunruhigte die Anleger zusätzlich.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial rutschte vor der Unterbrechung um 7,20 Prozent auf 21.856,91 Punkte ab. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 7,02 Prozent auf 2549,05 Zähler abwärts. Den Regeln der US-Börse zufolge wird der Handel bei Verlusten des S&P von 7 und 13 Prozent unterbrochen. Bei einem Minus von 20 Prozent wird der Handel für den Tag beendet.

14.30 Uhr - Europas Bankenaufseher verschieben angesichts der Belastungen für die Branche wegen der Coronavirus-Krise den für dieses Jahr geplanten Stresstest. Der Krisentest finde nun 2021 statt, teilte die europäische Bankenaufsicht EBA am Donnerstag mit. "Auf diese Weise können sich die Banken auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren und deren Kontinuität sicherstellen, einschließlich der Unterstützung ihrer Kunden." Die EBA sprach sich zudem dafür aus, mögliche Spielräume der Bankenaufseher bei Kapitalanforderungen zu nutzen, um die Branche zu entlasten. Eigentlich sollten die Ergebnisse des neuen Stresstest Ende Juli veröffentlicht werden.

- Der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung will am Montag bei einem Krisentreffen mit der Branche und den Gewerkschaften über die Folgen der Corona-Pandemie beraten. "Themen werden unter anderem eine Analyse der Lage, mögliche Liquiditätshilfen sowie die Ausgestaltung des Kurzarbeitergeldes für die Branche sein", sagte der CDU-Politiker Thomas Jarzombek am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Airlines sind von den Auswirkungen des Coronavirus stark betroffen. Das Einreiseverbot in die USA trifft die Lufthansa besonders hart."

- Litauen schließt für zwei Wochen alle Schulen, Universitäten und Kindergärten im Land. So solle die Verbreitung des Virus eingedämmt werden, teilt die Regierung mit.

- US-Bürger, die aus Europa zurückkehren, sollen nach den Worten von US-Vizepräsident Mike Pence für zwei Wochen zu Hause in Quarantäne gehen. Die Rückkehrer würden durch 13 Flughäfen gelotst, sagt Pence dem Sender CNN. Pence rechnet nach eigenen Worten mit Tausenden weiteren Infektionsfällen in den USA.

Tschechien erklärt Notstand

- Tschechien erklärt wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand. Er gelte ab sofort für 30 Tage, erklärt Ministerpräsident Andrej Babis. Durch den Schritt solle der Kampf gegen das Virus verstärkt werden.

- In den Niederlanden ist die Zahl der bestätigten Infektionsfälle auf 614 gestiegen. Am Mittwoch seien es noch 503 Fälle gewesen, teilen die Gesundheitsbehörden mit.

- Die Slowakei schottet sich als Vorkehrung gegen die Coronavirus-Epidemie ab. Die Regierung teilt mit, den internationalen Bus- und Zugverkehr in das Land zu stoppen. Wer aus dem Ausland zurückkomme, müsste für 14 Tage in Quarantäne, sagt Ministerpräsident Peter Pellegrini. Internationale Flughäfen sollen geschlossen werden, ebenso wie alle Sport- und Freizeitzentren wie Schwimmbäder und Skigebiete. Es werden Grenzkontrollen eingeführt und nur Menschen mit Wohnsitz in der Slowakei ins Land gelassen. Schulen bleiben für 14 Tage geschlossen. Der internationale Frachtverkehr soll aber aufrechterhalten werden.

- Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier werden am Freitagmittag vor die Presse treten und Hilfen für Unternehmen erläutern. Das geht aus einer Einladung der Bundespressekonferenz hervor. Erwartet werden unter anderem Erleichterungen etwa bei Liquiditätshilfen über die staatliche Förderbank KfW. Im Gespräch sind auch steuerliche Maßnahmen für Firmen, die von der Corona-Krise betroffen sind.

- Der für Ende März geplante Handelsgipfel zwischen China und der EU soll mehreren Insidern zufolge verschoben werden. Das Treffen werde aber nicht abgesagt, sagt ein EU-Diplomat zu Reuters. China hat kein konkretes Datum für das Treffen zwischen dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie EU-Ratspräsident Charles Michel mitgeteilt. EU-Diplomaten zufolge hatte man sich auf den 30. und 31. März verständigt.

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, leitet Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise ein
Philipp von Ditfurth/dpa
Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, leitet Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise ein

14.00 Uhr - Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise. Unter anderem soll es neue Notkredite für Banken und höhere Anleihenkäufe geben, teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mit. (Hier geht es zum Ticker zur EZB-Sitzung)

- Die Europäische Fußball-Union wird nach Informationen der spanischen Tageszeitung "Marca" den Spielbetrieb in der Champions League und in der Europa League aussetzen. Der spanische Verbandsboss Luis Rubiales bestätigte am Donnerstag, dass es entsprechende Überlegungen gebe. Eine offizielle Bestätigung der UEFA gab es zunächst nicht.

- Das Reiseunternehmen Carnival teilt mit, seine Kreuzfahrtschiffe der Princess Cruises ab sofort bis zum 10. Mai nicht mehr auf Fahrt zu schicken. Betroffen sind 18 Schiffe der Reederei. Noch derzeit auf Fahrt befindliche Schiffe sollen ihre Reise fortsetzen und bis zum 17. März die für die Gäste beste Anlegemöglichkeit, um die Fahrt zu beenden, finden.

13.30 Uhr - Irland schließt wegen der Covid-19-Pandemie alle Schulen und Kindergärten. Die Regelung gelte von diesem Donnerstagabend bis zum 29. März, kündigte Premierminister Leo Varadkar an. Schüler und Studenten sollen vor allem online lernen. Alle staatlichen Kultureinrichtungen werden ebenfalls geschlossen.

Volkswagen setzt in China auf Normalisierung bis Jahresmitte
picture alliance / dpa
Volkswagen setzt in China auf Normalisierung bis Jahresmitte

- Nach dem Einbruch am chinesischen Automarkt wegen des neuen Coronavirus rechnet der Volkswagen-Konzern nach und nach mit einer Besserung der Lage. Derzeit seien bis auf 2 der insgesamt 33 Werke im Land wieder alle am Netz, sagte ein China-Manager des Autobauers am Donnerstag. "Wir sind im Wesentlichen im Ein-Schicht-Betrieb unterwegs." Das werde sukzessive hochgefahren, so solle in den kommenden Tagen in den Komponentenwerken wieder in den Zwei-Schicht-Betrieb übergegangen werden. Üblich in Chinas Industrie ist die Fertigung in drei Schichten.

- Ein Altenheim in Brüssel mit bisher 34 Coronavirus-Infizierten wurde unter Quarantäne gestellt. Elf Covid-19-Erkrankte seien in Krankenhäuser überwiesen worden, teilte der regionale Gesundheitsminister Alain Maron am Donnerstag mit. Patienten mit Symptomen würden in ihren Zimmern isoliert.

- In Spanien steigt die Zahl der am Coronavirus gestorbenen Menschen auf 84. Am Mittwoch seien es noch 47 gewesen, teilt das Gesundheitsministerium mit.

- Die gemeinsame Forschungsmission der europäische Weltraumbehörde ESA und der russische Weltraumagentur Roscosmos wird auf Herbst 2022 verschoben. Zur Begründung verweist Roscosmos auf die Coronavirus-Epidemie.

Irans Präsident Hassan Rohani (Bild Archiv)
Arman/Iranian Presidency/ DPA
Irans Präsident Hassan Rohani (Bild Archiv)

13 Uhr - Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise hat der Iran am Donnerstag den Internationalen Währungsfonds (IWF) um dringende Finanzhilfe gebeten. Die iranische Zentralbank habe um "sofortigen Zugang" zu den vom IWF wegen der Pandemie versprochenen RFI-Kredithilfen gebeten, teilte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif im Onlinedienst Twitter mit. Der Iran hatte zuletzt zwischen 1960 und 1962 Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfonds erhalten.

Die verschiedenen Kredite, die der IWF für wirtschaftlich angeschlagene oder in Zahlungsschwierigkeiten steckende Länder bereitstellt, müssen stets vom Gouverneursrat der Institution abgesegnet werden. De facto ist eine Entscheidung gegen den Willen der USA undenkbar. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind schon seit Monaten aber extrem angespannt.

- Norwegen plant laut einem Bericht der Nachrichtenagentur NTB die Schließung aller Schulen und Kindergärten, um das Virus einzudämmen. Das Land wolle damit dem Beispiel des Nachbarn Dänemark folgen. Am frühen Nachmittag sei eine Pressekonferenz von Ministerpräsidentin Erna Solberg angesetzt. Zuvor hatte Dänemark erklärt, für zwei Wochen Schulen, Kitas und öffentliche Einrichtungen. "Wir müssen verhindern, dass sich die Krankheit weiter verbreitet", begründete Regierungschefin Mette Frederiksen.

12.30 Uhr - Der für den 25. April geplante CDU-Bundesparteitag wird wegen der Corona-Pandemie auf unbekannte Zeit verschoben. CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer teilte am Donnerstag mit, sie werde dem Bundesvorstand die Verschiebung empfehlen, der Parteitag solle erst abgehalten werden, "sobald die epidemische Lage dies gestattet". Bei dem Treffen soll der neue CDU-Vorsitzende gewählt werden.

- Der spanische Rekordmeister Real Madrid hat seine komplette Fußball-Mannschaft unter Quarantäne gestellt. Vorausgegangen war ein positiver Test auf das Coronavirus bei einem Basketballer des Vereins. Beide Teams teilen sich Einrichtungen im Trainingsgelände "Ciudad Real Madrid". Als Reaktion kündigte die Liga an, den Spielbetrieb für die kommenden zwei Wochen auszusetzen.

Toni Kroos von Real Madrid steht ebenfalls unter Quarantäne
Javier Soriano / AFP
Toni Kroos von Real Madrid steht ebenfalls unter Quarantäne

12.00 Uhr - In Baden-Württemberg ist erstmals ein positiv auf das neuartige Coronavirus getesteter Mensch gestorben. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Es handle sich um einen 67 Jahre alten Mann. Es ist der bislang vierter Todesfall in Deutschland.

- Im Iran steigt die Zahl der Toten, die sich zuvor mit Corona infiziert haben, sprunghaft an. Laut Gesundheitsministerium kletterte sie binnen eines Tages um 75 auf 429. Zudem seien in den vergangenen 24 Stunden 1075 Neuinfektionen bestätigt worden. Insgesamt seien damit 10.075 Erkrankungen erfasst.

- Polens Regierung appelliert an die Bevölkerung, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Polen sollten von dieser Möglichkeit in Einklang mit dem Gesetz Gebrauch machen, erklärt Michal Dworczyk, der Stabschef des Ministerpräsidenten.

- Nach dem positiven Test bei einem Spieler des italienischen Fußballvereins Juventus Turin setzt der Liga-Rivale Inter Mailand alle Wettbewerbsauftritte bis auf weiteres aus. Der Club unternehme derzeit Schritte zur Einleitung aller notwendigen Maßnahmen, heißt es auf der Vereins-Website

- Die EU-Kommission missbilligt das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Bürger der Europäischen Union. Es sei einseitig und ohne Abstimmung mit den Europäern getroffen worden, erklären EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel.

11.30 Uhr - Die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt schließt von diesem Freitag an alle Kindertagesstätten und Schulen. Das gelte vorerst bis zum 27. März, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Donnerstag in Halle.

Taxis in Großstädten kämpfen wegen der Corona-Krise mittlerweile ums Überleben
Jens Wolf/dpa
Taxis in Großstädten kämpfen wegen der Corona-Krise mittlerweile ums Überleben

- Die Taxibranche beklagt in der Corona-Krise durch ausbleibende Kunden in Großstädten Einnahmeverluste bis zu 40 Prozent. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen forderte von der Politik Sofortmaßnahmen, um Firmeninsolvenzen zu verhindern. "Wir schlagen vor, dass Inhaber von Monats- oder Jahreskarten für den ÖPNV zum halben Preis Taxi fahren können", sagte Verbandspräsident Michael Müller am Donnerstag. So würde einerseits das Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen minimiert, andererseits erhielten schwer gebeutelte Taxiunternehmen dringend benötigte Einnahmen.

- Tatsächlich scheinen auch Busfahrtunternehmen Probleme zu bekommen: Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus verkauft etwa das Kölner Fernbusunternehmen Pinkbus künftig nur noch jede zweite Fahrkarte. "Wir wollen damit die Fahrgäste vor Ansteckung schützen", sagte Geschäftsführer Christian Höger am Donnerstag. Jedem Fahrgast solle ein freier Platz neben sich garantiert sein. Allerdings dürften etliche Busse in diesen Tagen auch ohne diese Maßnahme nicht voll besetzt sein: Es gebe eine starke Nachfrage nach Umbuchungen, oder Fahrgäste träten die Reise gar nicht erst an.

11 Uhr - Die sich weiter verschärfende Corona-Krise hat am Donnerstag an den Finanzmärkten erneut eine dramatische Flucht in die Sicherheit ausgelöst. Verstärkt wurde die angespannte Lage durch die Reisebeschränkung der USA für Bürger aus Europa und die drastischen Maßnahmen in Italien. Die Aktienmärkte und die Ölpreise gingen auf Talfahrt. Gesucht waren amerikanische und deutsche Staatsanleihen und als sicher geltende Währungen.

- In Slowenien bleiben nach Angaben der Regierung ab Montag alle Schulen geschlossen. "In dieser Lage ist dieses Dekret notwendig", erklärt Ministerpräsident Marjan Sarec. Wie lange die Schulen zu bleiben, erläutert er nicht. Bislang sind in dem Land 57 Coronavirus-Infektionen bestätigt. Die ersten beiden Grundschulen mussten am Mittwoch schließen, nachdem dort Lehrer positiv getestet worden waren.

- Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag ihre wichtigsten Kommissare zur Krisensitzung zusammengerufen. Es gehe um eine Einschätzung des von den USA angekündigten Einreisestopps für Menschen aus Europa, aber auch die Entwicklung in Italien, die Lageeinschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC und andere wichtige Fragen, hieß es aus EU-Kreisen.

Spanische Regierung erwägt Abriegelung Madrids
Daniel Ochoa de Olza/AP/dpa
Spanische Regierung erwägt Abriegelung Madrids

- Die spanische Regierung erwägt nach Angaben lokaler Behörden eine Abriegelung Madrids. Dies solle dazu dienen, die Epidemie einzudämmen, sagt Madrids Regionalpräsidentin Isabel Diaz Ayuso dem Sender Tele 5. "Von dem, was ich in den vergangenen Stunden gesehen habe, wird die Möglichkeit einer Schließung Madrids geprüft." Am Mittwoch hatte die Regierung Berichte zurückgewiesen, wonach es Pläne für eine Abschottung der Hauptstadt gebe.

- Das Robert Koch-Institut (RKI) hat angesichts der Coronavirus-Pandemie auch jüngere Menschen zu Selbstschutz und Solidarität aufgerufen. Im Moment sei von einigen aus dieser Gruppe zu hören, dass sie sich von Covid-19 nicht betroffen sähen und die Erkrankung für sich als harmlos einstuften, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Donnerstag. Zwar seien tatsächlich Ältere und Menschen mit Grunderkrankungen besonders gefährdet. "Aber auch wenn es selten vorkommt: Auch bei jüngeren und gesunden Menschen kann es schwere Verläufe geben, darunter sogar Todesfälle", betonte Schaade.

- Die japanische Zentralbank schließt weitere Schritte zur Stützung der Konjunktur im Vorfeld ihrer Sitzung in der kommenden Woche nicht aus. Notenbankchef Haruhiko Kuroda hat nach eigenen Angaben mit Premierminister Shinzo Abe über die massiven Verluste am Aktienmarkt und den Anstieg des Yen gesprochen. "Wir beobachten die Lage weiterhin genau und werden nicht zögern, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, wenn das notwendig wird", sagte Kurodo am Donnerstag.

- Der österreichische Fußball kommt aufgrund der Coronakrise zum Stillstand. Wie der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) am Donnerstag mitteilte, haben der Verband sowie die Landesverbände die Aussetzung ihres gesamten Spielbetriebes "ab sofort bis auf Weiteres" beschlossen. Ausnahmen sind allerdings die Bundesliga der Männer sowie die Nationalmannschaften.

- Die Coronavirus-Pandemie wird nach Einschätzung des leitenden medizinischen Beraters der chinesischen Regierung wahrscheinlich bis Juni vorbei sein. Zudem seien viele der nach China eingeschleppten Fälle ohne Symptome, und die Re-Infektionsrate unter den genesenen Patienten sei gering, sagt der Epidemiologe Zhong Nanshan, der in China für seine Hilfe bei der Bekämpfung des Sars-Ausbruchs im Jahr 2003 bekannt ist.

- China hat US-Kritik an seiner Reaktion auf die Coronavirus-Epidemie scharf zurückgewiesen. Solche Kommentare seien "unmoralisch und unverantwortlich", sagt Außenamtssprecher Geng Shuang. Chinas Maßnahmen hätten der Welt Zeit verschafft, um sich auf die Epidemie vorzubereiten. Er würde sich wünschen, dass bestimmte Vertreter der US-Regierung sich für eine Zusammenarbeit starkmachten und "nicht die Schuld auf China schieben". Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Robert O'Brien, hatte China am Mittwoch vorgeworfen, anfangs zu langsam gegen das Virus vorgegangen zu sein.

- Die deutsche Gesundheitswirtschaft beklagt die von der Bundesregierung erlassenen Exportbeschränkungen von Schutzkleidung. Das treffe auch deutsche Pharmahersteller, die damit ihre Mitarbeiter in ausländischen Produktionsstätten ausrüsten müssen, um dort in sterilen Räumen dringend notwendige Medikamente herzustellen, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag mit. Die gut gemeinten Regelungen belasteten die ohnehin schon gestörten Lieferketten nun zusätzlich. Dies sei einer der Gründe dafür, warum in der aktuellen DIHK-Blitzumfrage zur Coronavirus-Krise fast doppelt so viele Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft negative Auswirkungen auf ihre Geschäfte durch fehlende Waren und Dienstleistungen erwarten wie im Durchschnitt der gesamten Wirtschaft. In der Branche äußern demnach 40 Prozent entsprechende Befürchtungen, im Schnitt aller Branchen nur 23 Prozent.

- Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann nimmt wegen eines Coronaverdachtsfalls im Stuttgarter Landtag am Donnerstag nicht an der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin teil.

10.30 Uhr - Das Einreiseverbot der USA für Europäer versetzt den Fluggesellschaften in der Corona-Krise einen weiteren harten Schlag. "Das Flugverbot für Europa wird ausländische Gesellschaften umhauen", sagte Mike Boyd, Branchenexperte der Boyd Group International. Nach Einschätzung von Daniel Röska, Analyst von Bernstein Research, wird das 3500 Flüge wöchentlich und bis zu 800.000 Passagiere betreffen. Der Luftverkehr zwischen dem Schengen-Raum in Europa und den USA komme damit zum Erliegen. Am stärksten betroffen seien die Lufthansa sowie die US-Airlines Delta und United. British Airways leide weniger darunter, weil das Einreiseverbot nicht über Großbritannien verhängt ist.

- Das Virus breitet sich in Deutschland laut Robert-Koch-Institut (RKI) rasch aus. "Insgesamt ist der Anstieg recht schnell", sagt RKI-Vizepräsident Lars Schaade. "Das ist auch in anderen Ländern beobachtet worden." Die nächsten Tage und Wochen würden zeigen, ob es gelinge, die Anstiegskurve etwas abzuflachen. Daran sei dann erkennbar, wie gut die Maßnahmen griffen oder ob nachgesteuert werden müsse von den Behörden vor Ort.

- Die Ausrufung des Pandemie-Status durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin keine direkten Auswirkungen auf die Maßnahmen in Deutschland. "Diese richten sich nach dem, was notwendig ist", sagt RKI-Vizepräsident Lars Schaade bei der täglichen Presseunterrichtung. Es sei kein Grund, jetzt mehr Sorgen oder Ängste zu haben. Es gelte unverändert, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

10.00 Uhr - Norwegen prüft die Schließung mehrerer Flughäfen, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen. Auf dem größten Airport des Landes in Oslo könnte eine der beiden Rollbahnen geschlossen werden, sagt der Chef des Flughafenbetreibers Avinor, Dag Falk-Petersen, dem Sender NRK.

Das gesamte Team von Turin (hier im gegen Inter Mailand im Spiel) muss in Quarantäne

- Die gesamte Fußballmannschaft des italienischen Erstligisten Juventus Turin muss sich nach Angaben aus dem Umfeld des Vereins für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Grund ist, dass der Spieler Daniele Rugani positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Sollte sich das Team um Stürmerstar Cristiano Ronaldo tatsächlich in Isolation begeben, würde Juve nicht wie vorgesehen am 17. März das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Olympique Lyon austragen können. Rugani teilt unterdessen auf Twitter mit, es gehe ihm gut. Die Aktie des börsennotierten Vereins gerät unter die Räder.

- Die Auswirkung der Coronavirus-Epidemie auf die chinesische Wirtschaft darf nach Ministerpräsident Li Keqiang zufolge nicht unterschätzt werden. China müsse alles tun, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Eine leichte Schwankung beim Wachstum in diesem Jahr sei nicht von erheblicher Bedeutung, solange der Arbeitsmarkt stabil bleibe.

- Algerien meldet seinen ersten Todesfall im Zusammenhang mit der Epidemie. 20 Infektionen wurden in dem nordafrikanischen Land bislang erfasst. Die Regierung hat angekündigt, politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Veranstaltungen zu verbieten. Ob die seit einem Jahr regelmäßig stattfindenden wöchentlichen Massenproteste darunter fallen, wurde nicht ausgeführt.

- In Österreich sind laut Gesundheitsministerium mittlerweile 302 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Das sind 57 Menschen mehr als am Mittwoch. Die meisten Infizierten gibt es in der Hauptstadt Wien mit 58 sowie in Niederösterreich mit 51 Fällen. Aber auch alle anderen Bundesländer sind betroffen. Vier Personen sind bereits wieder genesen.

09.00 - Die Folgen der Corona-Epidemie schlagen auf die Unternehmen in Deutschland durch. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen leiden unter Lieferengpässen, Nachfrageausfällen oder Verzögerungen, wie das ifo Institut am Donnerstag in München mitteilte. Nur gut zwei Prozent aller Firmen berichteten von positiven Auswirkungen. Besonders belastet wurden zwei Branchen. Mit 96 Prozent bei Reiseveranstaltern und Reisebüros und 79 Prozent im Gastgewerbe wirkten sich die bereits von mehreren Ländern erlassenen Reisebeschränkungen erheblich aus. Im Verarbeitenden Gewerbe spürten 63 Prozent der Firmen negative Auswirkungen der Epidemie. Insgesamt klagten 56,2 Prozent der 3400 befragten Unternehmen über negative Auswirkungen.

- Die Rettung des Ferienfliegers Condor durch die polnische Luftfahrtgesellschaft LOT steht nach einem Bericht des "Spiegel" wegen der Corona-Krise auf der Kippe steht. Die Airline fliegt auch Ziele in den USA an. "Wir prüfen im Moment mit Hochdruck die Auswirkungen auf unseren Flugplan und stehen in Kontakt mit den zuständigen Behörden", erklärte eine Condor-Sprecherin.

Der Corona-Pandemie zum Trotz: Der Glauben an die Spiele scheint in Tokio unerschütterlich zu sein
Stoyan Nenov / REUTERS
Der Corona-Pandemie zum Trotz: Der Glauben an die Spiele scheint in Tokio unerschütterlich zu sein

08.00 Uhr - Japan bleibt hartnäckig und will trotz der Einstufung des Coronavirus-Ausbruchs als Pandemie wie geplant die Olympischen Spiele im Sommer ausrichten. Man treffe Vorbereitungen, die Sommerspiele und die anschließenden Paralympics wie geplant auszurichten, bekräftigte Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga. Er wiederholte einmal mehr, dass Tokio mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), den Organisatoren und der Stadtregierung zusammenarbeite, um die Wettkämpfe im Sommer abzuhalten.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte die Verbreitung des neuen Coronavirus am Vortag als Pandemie eingestuft. Nach Angaben der WHO hat sich das Sars-CoV-2 inzwischen in 115 Ländern ausgebreitet, fast 4300 Menschen sind gestorben.

07.30 Uhr - Am Frankfurter Flughafen sind die Passagierzahlen infolge der Ausbreitung des Coronavirus im Abwärtstrend. In der letzten Februarwoche gingen sie um 14,5 Prozent zurück. Im gesamten Februar betrug Minus an Deutschlands größtem Drehkreuz gegenüber dem Vorjahr 4 Prozent. Der Vorstand warnte, dass sich der Trend in der ersten Märzwoche beschleunigt habe.

07.00 Uhr - Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann hat sich dafür ausgesprochen, dass der Bundestag trotz Coronavirus auch weiterhin zu Sitzungen zusammenkommen soll - allerdings mit Einschränkungen. "Ich plädiere dafür, den Sitzungsbetrieb in geordneter, aber reduzierter Form fortzusetzen. Denn wenn der Bundestag zu Hause bleibt, dann bleiben am Ende alle zu Hause, und das können wir uns nicht wünschen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

- Als Vorsichtsmaßnahme sagt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplante Termine ab. So verschob er am Mittwoch einen Besuch in einem Wohn- und Pflegeheim in Bremen. Nach ihren Angaben wird auch ein Treffen mit den Staatsoberhäuptern Estlands, Finnlands und Sloweniens an diesem Freitag und Samstag in Berlin nicht stattfinden.

Tom Hanks und seine Frau Rita Wilson
Brent N. Clarke/Invision/DPA
Tom Hanks und seine Frau Rita Wilson

06.30 Uhr - Oscar-Preisträger Tom Hanks und seine Frau, die Schauspielerin Rita Wilson, sind nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die beiden 63-Jährigen halten sich derzeit in Australien auf, wo Hanks an einem Film arbeitet. Auf Twitter kündigt Hanks an, so lange wie nötig in Isolation zu bleiben. Sein Sohn Chet schreibt in einer Videobotschaft auf Instagram, seine Eltern machten sich keine Sorgen. Sei seien nicht sehr krank.

- In der chinesischen Provinz Hubei wird unterdessen die Industrieproduktion wieder aufgenommen, berichtet die staatliche Zeitung "Global Times". Reisebeschränkungen für vier Regionen in der Provinz würden gelockert. Hubei ist mit der Metropole Wuhan das Epizentrum der Coronavirus-Epidemie.

06.00 Uhr - Das US-Außenministerium ruft die Amerikaner auf, geplante Reisen ins Ausland wegen der Coronavirus-Epidemie zu überdenken. In vielen Gegenden der Welt gebe es Ausbrüche und die Gegenmaßnahmen könnten die Bewegungsfreiheit der Reisenden beschränken, etwa durch Quaräntene oder geschlossene Grenzen, warnt das Ministerium.

- Die US-Basketball-Liga NBA setzte alle Spiele der laufenden Saison aus. Auslöser ist die Erkrankung eines Spieler der Mannschaft Utah Jazz.

- Der Anbieter für Kurznachrichten Twitter informiert per Tweet weltweit alle Mitarbeiter, sie müssten von zu Hause aus arbeiten. Damit sollte das Ansteckungsrisiko vermindert werden.

05.00 Uhr - Die Bekleidungsgruppe Benetton schließt in Italien ab Donnerstag für zwei Wochen wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus alle Geschäfte in Italien. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Venedig am Mittwoch mit. Die Maßnahme gelte ab Donnerstag für alle Läden von Benetton, Undercolors und Sisley. Der Verkaufsstopp in den Geschäften solle zunächst zwei Wochen dauern.

- US-Präsident Donald Trump sagt Veranstaltungen in den Bundesstaaten Colorado und Nevada wegen der Ansteckungsrisiken ab.

- Südkorea meldet 114 neue Coronavirus-Infektionen. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 7869 Fälle. Außerhalb Chinas ist Südkorea das am stärksten von der Krise betroffene Land.

- In China werden für Mittwoch 15 neue Infektionen gemeldet. Am Dienstag waren es 24 Fälle. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 80.793.

02.00 Uhr - US-Präsident Donald Trump setzt von kommenden Freitag an alle Reisen von Europa in die USA für die Dauer von 30 Tagen aus. Er erklärt, die Einschränkungen würden nicht für Großbritannien gelten. Warum von den Briten im Gegensatz zu den anderen Europäern kein Risiko ausgeht, bleibt Trumps Geheimnis.

- Saudi Arabien untersagte nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens Reisen in eine Reihe anderer Länder, um einer Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Demnach sollen auch Flugreisen von und zur EU befristet verboten werden.

- Der australische Ministerpräsident Scott Morrison erklärt, er empfehle nicht, dass Sportveranstaltungen mit Publikum abgesagt werden sollten. Seiner Ansicht nach sollten die Australier weiterhin die Sportveranstaltungen besuchen

Corona-Teststation: Die WHO hat Covid-19 zur Pandemie erklärt

01.00 Uhr - Die australische Regierung kündigt Wirtschaftsförderungen im Umfang von 17,6 Milliarden Australischer Dollar (10,2 Milliarden Euro) für den Kampf gegen die ökonomischen Auswirkungen der Epidemie an. Dazu zählen Lohnsubventionen und Geldzahlungen an kleine Unternehmen.

- Die CSU sagt wegen des Coronavirus ihre Wahlkampfveranstaltungen für die Kommunalwahl am Sonntag ab. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagt der "Rheinischen Post" nach Vorabbericht, der Schutz aller Mitbürger müsse an erster Stelle stehen. "Der Endspurt bei den Kommunalwahlen in Bayern wird digital stattfinden", erklärt Blume.

- Das Capitol in Washington wird für Touristen gesperrt. Bis Ende März darf das Gebäude des amerikanischen Kongresses nicht mehr von Urlaubern betreten werden, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Jährlich besuchen rund drei Millionen Menschen den Sitz des amerikanischen Parlaments.

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