Mittwoch, 8. April 2020

Mehr als 1800 Corona-Infektionen allein in Deutschland WHO erklärt Coronavirus-Verbreitung zur Pandemie

Corona-Teststation: Die WHO hat Covid-19 zur Pandemie erklärt

18 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus nun als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Tedros kritisierte dabei fehlendes Handeln durch die Staaten weltweit. "Wir haben die Alarmglocken laut und deutlich geläutet", erklärte der WHO-Chef.

Nach Angaben der WHO hat sich das Virus inzwischen in 115 Länder ausgebreitet, fast 4300 Menschen sind gestorben. "Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen und Wochen die Zahlen weiter ansteigen werden", sagte Tedros. In den letzten beiden Wochen hätten sich die Fallzahlen außerhalb Chinas verdreizehnfacht, die Zahl der betroffenen Staaten verdreifacht. "Alle Länder können den Verlauf dieser Pandemie noch ändern", betonte der 55-Jährige. "Findet, isoliert, testet und behandelt jeden Fall und geht jeder Spur nach."

"Dass wir die Situation nun als Pandemie bezeichnen, ändert nichts an der Beurteilung der WHO hinsichtlich der Bedrohung durch dieses Virus", betonte Tedros. "Es ändert auch nichts daran, was die WHO macht. Und es ändert auch nichts daran, was die Länder tun sollten." Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wurde im Dezember erstmals in China entdeckt und hat sich seitdem über den Globus verbreitet. In Europa ist vor allem Italien von dem Ausbruch betroffen.

16.30 Uhr: In Deutschland sind bislang mindestens 1850 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Nachrichtenagentur dpa hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils weit mehr als hundert Fällen. Bislang sind bundesweit drei mit Sars-CoV-2-Infizierte gestorben, alle in Nordrhein-Westfalen.

Die Zahlen auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) waren bis zum Mittwochnachmittag zum Teil deutlich niedriger als die von den Bundesländern veröffentlichten Angaben. Das RKI listet nach eigenen Angaben ausschließlich Fälle auf, die ihm über den Meldeweg oder über offizielle Quellen mitgeteilt werden. "Da gibt es immer etwas Zeitverzug, vor allem in solch dynamischen Lagen." Diese Fallzahlen will das RKI nun täglich gegen 18 Uhr veröffentlichen.

14.30 Uhr - Der Lufthansa-Konzern hat seine Ankündigungen wahr gemacht und wegen des Coronavirus 23.000 Flüge in der Zeit bis zum 24. April gestrichen. Weitere Annullierungen seien sowohl für diese Wochen als auch für einen späteren Zeitraum zu erwarten, erklärte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt.

Die Kapazitätsanpassungen betreffen hauptsächlich Europa, Asien und den Nahen Osten. Bei den Streichungen werde darauf geachtet, sämtliche Ziele mit mindestens einer Gruppen-Airline erreichbar zu halten. Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3226 Flüge pro Tag absolviert haben.

- Das Bundesfinanzministerium ruft die deutschen Banken wegen der sich verschärfenden Coronavirus-Krise Insidern zufolge zu einem Spitzentreffen zusammen. An den für Freitag geplanten Gesprächen nehmen Top-Manager der Deutschen Bank, der Commerzbank, der UniCredit-Tochter HVB, der staatlichen Förderbank KfW sowie der Verbände von Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken teil, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Man wolle unter anderem erörtern, welche Hilfen die von der Viruskrise besonders betroffenen Unternehmen von Banken erhalten könnten. Die Institute, die Bankenverbände und das Finanzministerium wollten sich nicht dazu äußern.

- Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erhält bis zu 650 Millionen Euro an außerplanmäßigen Mitteln, um in der Viruskrise Schutzausrüstung wie Atemmasken zu kaufen. Das Finanzministerium habe seine Einwilligung erteilt, heißt es in einer Reuters am Mittwoch vorliegenden Unterrichtung von Finanz-Staatssekretärin Bettina Hagedorn für den Haushaltsausschuss. Das Geld werde zur Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung wie etwa Schutzmasken benötigt.

13 Uhr - Erster Corona-Fall im deutschen Profifußball: Innenverteidiger Timo Hübers von Zweitligist Hannover 96 ist als erster Fußball-Profi in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 23-Jährige befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne, wie die Niedersachsen mitteilten.

Der komplette Profikader sowie das Trainerteam Kenan Kocak würden vorsorglich auf das Virus getestet. Torschütze Hübers stand beim 3:0 Auswärtserfolg beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Freitag 90 Minuten auf dem Platz.

- Die italienische Regierung hat im Kampf gegen die Coronavirus-Krise Hilfspakete in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro beschlossen. Das sagte Premierminister Giuseppe Conte am Mittwoch. Nicht alles davon sei als Sofortmaßnahme geplant. "Wir haben eine außerordentliche Summe von 25 Milliarden eingeplant, die nicht als Ganzes sofort verwendet werden soll, aber sie könnte nötig werden, um die Probleme dieses Notfalls in den Griff zu bekommen."

Finanzminister Roberto Gualtieri ergänzte, dass bis Ende der Woche ein Dekret über Finanzhilfen von rund zwölf Milliarden Euro auf den Weg gebracht werde. Über Schulden, die für die Maßnahmen notwendig würden in Höhe von 20 Milliarden Euro, sei Rom mit Brüssel im Gespräch, hieß es.

Volkswagen-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh
Fabian Bimmer / REUTERS
Volkswagen-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh

12.30 Uhr - VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh warnt vor massiven Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Arbeit bei dem Autobauer und kritisiert in dem Zusammenhang den Vorstand. Das Virus könnte die Gesundheit der Belegschaft treffen, aber auch den Fahrzeugabsatz, was Lieferketten und die Teileversorgung anbelange, erklärte Osterloh in einem am Mittwoch verbreiteten Flugblatt. Darin mahnte Osterloh "Führung und Verantwortung vom Vorstand" an und fügte hinzu: "Aber da kommt zu wenig".

Der Betriebsratschef nahm die Corona-Krise zum Anlass, generell auf Missstände hinzuweisen, die ihm Sorgen bereiteten. "Wir haben zu viele offene Baustellen und zu wenig Führung vom Vorstand", erklärte Osterloh. Er vermisse klare Ansagen bei der Frage nach Zuständigkeiten. Als Beispiel nannte Osterloh Probleme beim Anlauf des neuen Golf in achter Generation, bei dem laufe es "alles andere als rund". Beim Elektroauto ID.3 sei die Lage nicht viel besser.

Traten auch am Dienstag vor die Presse: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU).
Kay Nietfeld / dpa
Traten auch am Dienstag vor die Presse: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU).

12 Uhr - Die Bundesregierung lehnt es ab, die deutschen Grenzen wegen der Corona-Epidemie zu schließen. "Wir sind in Deutschland der Meinung, dass Grenzschließungen keine adäquate Antwort auf die Herausforderungen sind", sagte Kanzlerin Angela Merkel. "Zu sagen, wir machen jetzt alle Grenzen dicht und dann geht das Virus an uns vorbei, das wird nicht funktionieren", hatte zuvor Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt. "Das Virus ist in Deutschland, das ist der Gedanke, an den wir uns gewöhnen müssen." Österreich hatte die Grenzen zu dem besonders von der Epidemie betroffenen Nachbarland Italien geschlossen.

- Spahn stellte sich am Montag auch erneut gegen generelle Schulschließungen. Es sei leichter, auf Fußballspiele oder Clubkonzerte zu verzichten, als auf eine Betreuung der Kinder, sagte Spahn. Geschlossene Schulen und Kitas hätten auch Folgen für Polizisten oder Angehörige des Gesundheitswesens. Es könne auch fatale Folgen haben, Kinder nun etwa von der Oma betreuen zu lassen. Alte haben bekanntlich ein höheres Krankheitsrisiko.

11 Uhr - Die Fluggesellschaft KLM setzt ihre Flüge nach Mailand, Venedig und Neapel aus.

- Der österreichische Bahnbetreiber OBB teilte am Mittwochmorgen mit, dass er alle Personenzugverbindungen nach und von Italien bis auf einstelle. Normalerweise fahren täglich 20 OBB-Züge zwischen den beiden Ländern.

10.30 Uhr - EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die EU-Regierungschefs wegen der Coronavirus-Krise Kreisen zufolge vor einem extremen Schock für die Wirtschaft gewarnt. Ohne koordiniertes Vorgehen werde Europa ein Szenario erleben, das viele an die große Finanzkrise 2008 erinnern werde, sagte Lagarde.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnt angeblich vor extremen Schock für Wirtschaft

- Das Robert-Koch-Institut geht von weiter steigenden und hohen Fallzahlen in Deutschland aus. Ziel müsse sein, die Entwicklung möglichst einzudämmen, sagt Vize-Präsident Lars Schaade. "Das heißt auch Großveranstaltungen abzusagen und sich auch im privaten Bereich bei gesellschaftlichen Aktivitäten zurückzuhalten." Über die zwei bekannten Todesfälle in Deutschland hinaus gebe es keine weiteren. Die Zahl der Infizierten wird weiterhin mit 1296 beziffert.

- Der wegen eines Coronavirus-Falls unterbrochene Betrieb in der Kölner Lüttich-Kaserne ist am Mittwoch wieder aufgenommen worden. Es seien 102 Kontaktpersonen eines infizierten Mitarbeiters des Bundesamtes für Personalmanagement der Bundeswehr identifiziert worden und nun in häuslicher Isolation, schrieb Präsidentin Sabine Grohmann an ihre Mitarbeiter. Derzeit zeige niemand Symptome einer Infektion.

- Der Betriebsrat im Volkswagen-Werk Wolfsburg verschiebt die für den 19. März angekündigte Betriebsversammlung auf unbestimmte Zeit. Wegen unternehmensweit greifender Leitlinien und den Empfehlungen, keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmer durchzuführen, habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, hieß es. Erwartet worden wären rund 13.000 Teilnehmer.

- Die EU-Kommission hat die ersten vier Fälle von Coronavirus-Infektionen unter ihren rund 32.000 Beschäftigten registriert. Drei weitere Mitarbeiter warteten noch auf Testergebnisse, hieß es in einer internen Email, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag.

- Die japanische Regierung lehnt eine Verschiebung oder Absage der Olympischen Sommerspiele in Tokio wegen der Coronavirus-Epidemie ab. Aus Sicht der Athleten, die sich als Hauptakteure auf dieses einmal alle vier Jahre stattfindende Ereignis vorbereiteten, sei dies "unvorstellbar", sagte Japans Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss. Die endgültige Entscheidung liege beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). "Wir denken, es ist wichtig, dass die Regierung korrekte Informationen weitergibt, so dass das IOC eine angemessene Entscheidung fällen kann", sagte sie.

Führende Ökonomen raten, was jetzt am besten zu tun ist

10.00 Uhr - Führende deutsche Ökonomen sagen, Top-Priorität müsse jetzt die Stärkung des Gesundheitssystems haben, unabhängig von den damit verbundenen Kosten. Eine Schieflage von Unternehmen und Banken müsse zudem verhindert werden, so der Würzburger Ökonom Peter Bofinger. Der Staat sei finanzpolitisch voll handlungsfähig. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts dürfe hier keine Bremse sein. (Lesen Sie hier den Bericht.)

- Die deutsche Wirtschaft wird im ersten Halbjahr mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Rezession rutschen. Das sagt der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft aus Kiel, Gabriel Felbermayr. Im Gesamtjahr 2020 werde es einen Wert nahe null geben, womöglich negativ. Auch Italien werde in die Rezession rutschen.

- Die Politik muss nach Einschätzung des Ifo-Chefs Clemens Fuest umdenken. "Es ist wichtig, dass die Politik jetzt schnell handelt." Es sei besser, aktiv Maßnahmen zu ergreifen, als später mit den wirtschaftlichen Folgen der Epidemie leben zu müssen.

- Unternehmen werden nach Einschätzung führender Ökonomen als Reaktion aus der Corona-Krise wieder größere Lagerbestände anlegen. Es werde wohl auch politische Reaktionen geben, die die Globalisierung ein Stück zurückdrehten, sagt der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft aus Kiel, Gabriel Felbermayr. Es werde auch übertriebene Antworten geben. Das könne die Weltwirtschaft langfristig Wachstumspotenzial kosten.

- Italien braucht nach Einschätzung des Würzburger Ökonomen Peter Bofinger womöglich europäische Hilfen, etwa aus dem Rettungsfonds ESM. Die Regierung in Rom habe wegen der hohen Verschuldung im Land nur begrenzte Möglichkeiten. Europa könne sich keine währungspolitische Krise zusätzlich zur Corona-Epidemie erlauben.

09.30 Uhr - In der Türkei ist der erste Coronavirus-Fall gemeldet worden. Der positiv auf das Virus getestete Mann sei erst kürzlich von einer Europareise zurückgekehrt, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca in der Nacht zu Mittwoch in Ankara mit. Es handele sich um einen Türken, sein Zustand sei gut. Der Patient sei isoliert worden, seine Familie stünde unter Beobachtung.

- Belgien meldet den ersten Toten aufgrund einer Coronavirus-Infizierung.

- Der spanische Fußball-Erstligist FC Getafe will angesichts der Coronavirus-Epidemie nicht zum Europa-League-Spiel am Donnerstag bei Inter Mailand reisen. "Wenn wir deshalb das Duell verlieren, dann verlieren wir es halt", sagte Präsident Angel Torres im Onda Cero Radio: "Wir haben bei der UEFA angefragt, ob das Spiel woanders ausgetragen werden kann und nicht im Epizentrum der Coronavirus-Epidemie."

09.00 Uhr - Der Flughafen Wien bekommt die Auswirkungen des Coronavirus stark zu spüren. Die bisherigen März-Zahlen zeigen einen Rückgang von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Tendenz ist weiter fallend, teilte der Heimatflughafen der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines mit. Im Februar verzeichnete der größte Flughafen Österreichs hingegen noch ein Passagierplus von 8,3 Prozent.

- Die Bundesligapartie zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem deutschen Fußballmeister FC Bayern München am Samstagabend wird nach Angaben der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci nun doch zum Geisterspiel. "Nach meinem Kenntnisstand wird das Spiel ohne Zuschauer stattfinden", sagte sie am Mittwoch dem Berliner Radiosender 105'5 Spreeradio. Dem Berliner Fußball-Bundesligisten liegen dazu bislang keine Informationen vor, sagte Pressesprecher Christian Arbeit auf Anfrage.

- In Österreich sind laut Sozialministerium bisher 206 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Vier Infizierte sind bereits wieder genesen. Bei einem Gipfel im Bundeskanzleramt in Wien soll am Mittwochnachmittag über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Virus-Ausbreitung beraten werden. Möglich ist, dass Schulen und Kindergärten geschlossen werden. Am Dienstag hatte Österreich ein Einreiseverbot für Personen aus Italien verhängt, das besonders schwer von der Epidemie betroffen ist.

Puma erwartet keine kurzfristige Normalisierung

08.30 Uhr - Puma erwartet keine kurzfristige Normalisierung der Covid-19 Situation trotz erster, ermutigender Signale aus China. Negative Effekte auf Umsatz und Ebit 2020 könnten noch nicht quantifiziert werden, teilte das Unternehmen mit. Die Situation hinsichtlich Covid-19 werde weiterhin genau beobachtet. Das Wohlergehen unserer Mitarbeiter und Partner hätte nach wie vor oberste Priorität. Alle Puma-Büros weltweit seien geöffnet, auch das Büro in Schanghai. "Covid-19 hat unser Geschäft auch im Bereich Verkauf und Beschaffung negativ beeinflusst", berichtet Puma.

Britische Notenbank senkt ihren Leitzins
Henry Nicholls / REUTERS
Britische Notenbank senkt ihren Leitzins

- Die britische Notenbank senkt angesichts der Coronavirus-Epidemie ihren Leitzins. Er werde von 0,75 auf 0,25 Prozent gesenkt, teilte die Bank of England am Mittwoch in London mit. Sie kündigte zugleich ein Maßnahmepaket wegen der Virus-Krise an. Zuvor hatten bereits andere Zentralbanken ihre Geldpolitik gelocktert, darunter die US-Notenbank Fed. Die Europäische Zentralbank entscheidet am Donnerstag über ihren Kurs.

- Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat kein Verständnis dafür, dass das Fußball-Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC Bayern München am Samstag vor Publikum ausgetragen werden soll. "Ich bin etwas verwundert, das will ich sagen, über das, was hier in Berlin mit diesem Fußballspiel passiert", sagte er am Mittwoch im Deutschlandfunk. Die Verantwortlichen hätten mit ihren Kommentaren dazu gezeigt, dass sie noch nicht abschließend verstanden hätten, worum es hier geht.

08.00 Uhr - Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen geht davon aus, dass der bislang für den 25. April geplante Sonderparteitag zur Neuwahl des Parteichefs wegen des Coronavirus verschoben werden muss. Der Verlauf der Ansteckung in anderen Staaten spreche dafür, dass "wir in einigen Wochen eine ganz ähnliche Situation auch in Deutschland haben werden", sagte der Ex-Bundesumweltminister der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwochausgabe). Größere Veranstaltungen würden dann nicht mehr stattfinden, "Ausnahmen wird es nicht geben".

- Im Formel-1-Fahrerlager von Melbourne sind die ersten Verdachtsfälle auf das Coronavirus aufgetreten. Dabei handelt es sich um mindestens drei Mitarbeiter von Rennställen. Einer ist bei McLaren angestellt, zwei bei Haas. Sie befinden sich derzeit isoliert in ihren Hotelzimmern. Dies bestätigten die beiden Rennställe der dpa. Es handle sich um Vorsichtsmaßnahmen, man warte nun auf die Ergebnisse der Tests.

07.30 Uhr - Der Ausbruch des Coronavirus in China bringt die Planungen beim fränkischen Sportartikelkonzern Adidas Börsen-Chart zeigen durcheinander. Der Umsatz in China werde im ersten Quartal um 800 Millionen bis eine Milliarde Euro unter Vorjahr liegen, warnte Adidas am Mittwoch in Herzogenaurach. Beim operativen Gewinn fehlten damit 400 bis 500 Millionen Euro. Ein Großteil der Läden war wegen der Epidemie geschlossen worden, in die anderen kamen kaum Kunden. Seit Anfang März erhole sich das Geschäft wieder, teilte Adidas mit. Auch in Japan und Südkorea gebe es weniger Kunden. Die Produktion in China laufe zum Großteil wieder. Im ersten Quartal 2019 hatte Adidas in der Region Asien/Pazifik, zu der China gehört, insgesamt 2,1 Milliarden Euro umgesetzt.

- Seit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus ist die TV-Nutzung in Deutschland messbar gewachsen - das zeigen Daten von Fernsehforschern. "Insbesondere die Sehdauern in der Primetime entwickeln sich im Februar und März im Vergleich zu den Vorjahresmonaten leicht überdurchschnittlich", sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung, Kerstin Niederauer-Kopf, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Anstieg ist umso auffälliger, weil der Konsum klassischen Fernsehens seit Jahren sinkt.

- Die Formel E hat ein weiteres Rennen wegen des Coronavirus abgesagt. Wie die erste vollelektrische Motorsport-Rennserie am Mittwochmorgen bekanntgab, findet der für den 6. Juni geplante ePrix im indonesischen Jakarta nicht statt.

07.00 Uhr - Die asiatische Fluggesellschaft Cathay Pacific steuert wegen der Coronavirus-Epidemie auf tiefrote Zahlen zu. Im ersten Halbjahr erwartet das Management einen "substanziellen Verlust", wie das Unternehmen am Mittwoch am Firmensitz in Hongkong mitteilte.

Knorr-Bremse erwartet Umsatzeinbußen
Knorr-Bremse
Knorr-Bremse erwartet Umsatzeinbußen

- Die Coronavirus-Krise macht den Lkw- und Bahnzulieferer Knorr-Bremse nach Umsatz- und Gewinnsteigerungen im vergangenen Jahr vorsichtig. Der neue Vorstandschef Bernd Eulitz rechnet im laufenden Jahr mit einem rückläufigen Umsatz und womöglich schrumpfenden Gewinnen.

- Die Kultusminister der Länder wollen sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 für die bevorstehenden Abiturprüfungen wappnen. Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag und Freitag in Berlin würden sich die Kultusminister der Länder "intensiv zum Umgang mit den Coronavirus austauschen", sagte die KMK-Präsidentin, Stefanie Hubig (SPD), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Dabei soll es insbesondere um die Frage gehen, wie das Abitur 2020 unter diesen Bedingungen stattfinden könne. "Das betrifft die schriftlichen Prüfungen mit den zentralen Elementen sowie die Termine für das mündliche Abitur."

06.30 Uhr - Um die Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland zu bremsen, wird die Bundespolizei ihre Kontrollen an den Grenzen verstärken. Der Krisenstab der Bundesregierung teilte am Dienstagabend in Berlin mit, die Polizei werde die Kontrollen "insbesondere an den Südgrenzen noch einmal intensivieren".

Der Krisenstab, dem Vertreter des Innenministeriums und des Gesundheitsministeriums angehören, empfahl außerdem, ab dem 16. März bis auf Weiteres keine Besuchergruppen mehr in Bundesministerien und den ihnen nachgeordneten Behörden zu empfangen. "Damit sollen mögliche Infektionsrisiken für die Kernfunktionen der Bundesregierung vermindert werden", hieß es in einer Mitteilung. Eine ähnliche Regelung hatte zuvor auch der Bundestag für das Reichstagsgebäude beschlossen.

Zudem will der Bund nun auch für die intensivmedizinische Versorgung in Kliniken eine zentrale Beschaffung übernehmen. Um Liefer- und Versorgungsengpässe zu vermeiden, sollen Lastwagen ausnahmsweise auch sonntags fahren dürfen und mehr Sonntagsarbeit möglich werden.

06.00 Uhr - Die wichtigsten Wirtschaftszweige in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, die im Mittelpunkt des weltweiten Coronavirus-Ausbruchs steht, werden ihre Arbeit wieder aufnehmen, wie die zuständige Provinzregierung mitteilt. Dabei handelt es sich um den öffentliche Nahverkehr, die medizinische Versorgung und die Konsumgüterindustrie. Auch Unternehmen aus anderen Branchen in Wuhan, die mit nationalen oder globalen Lieferketten zusammenhingen, könnten mit Genehmigung der Behörden wieder ihre Arbeit aufnehmen.

- Die EU-Kommission will mit einem 25 Milliarden Euro schweren Fonds die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abfedern. Der Fonds solle unter anderem kleinere Unternehmen, den Arbeitsmarkt und die Gesundheitssysteme unterstützen, kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstagabend an.

05.30 Uhr - Die US-Regierung erwägt nach einem Medienbericht eine Verschiebung der Frist zur Einreichung der Steuererklärung. Bislang müssen die Unterlagen bis zum 15. April übergeben werden. Damit sollen die finanziellen Auswirkungen der Epidemie eingedämmt werden. Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen, Regierungsmitarbeiter überlegten, wer für die Fristverlängerung in Frage kommen könnte.

- Das Coronavirus hat für die erste Verschiebung einer Premier-League-Partie gesorgt. Das für Mittwochabend geplante Nachholspiel in Englands höchster Spielklasse zwischen Pep Guardiolas Manchester City und dem FC Arsenal um den früheren Nationalspieler Mesut Özil kann nicht stattfinden. Wie die Premier League in der Nacht mitteilte, handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

04.00 Uhr - Die Transportkosten für Luftfracht sind nach Angaben aus der Branche infolge der Stilllegung vieler Passagierjets und der beginnenden Wiederaufnahme der vollen Industrieproduktion in China explodiert. "Die Preise sind um das Dreifache gestiegen weil es kaum Kapazitäten gibt", sagte der Chef des israelischen Logistikunternehmens Unicargo, Refael Elbaz, das viele Transporte für den Online-Händler Amazon abwickelt.

- Mit einem Hilfsfonds über 25 Milliarden Euro stemmt sich die EU gegen die Coronavirus-Krise. Das Geld soll in anfällige Wirtschaftsbranchen fließen, um die konjunkturellen Folgen der Epidemie abzumildern. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstagabend nach einer Videokonferenz mit den Staats- und Regierungschefs, EU-Ratspräsident Charles Michel und EZB-Chefin Christine Lagarde an.

03.30 Uhr - In Südkorea steigt die Zahl der Neuinfektionen sprungartig an, nachdem Hunderte Mitarbeiter eines Callcenters untersucht wurden. Dort war das Coronavirus Anfang der Woche nachgewiesen worden. Am Mittwoch werden im Land 242 neue Fälle gemeldet, am Dienstag waren es noch 35. Insgesamt haben in Südkorea 7755 Menschen mit dem Virus angesteckt, soviel wie in keinem anderen asiatischen Land außer China.

02.00 Uhr - In China werden am Dienstag 24 neue Infektionen von den Behörden erfasst, am Vortag waren es 19. 22 sterben an der Erkrankung, am Montag waren es neun. Die Zahl aller Infizierten wird mit 88.778 angegeben, die Zahl der Toten mit 3158.

01.30 Uhr - In Bolivien meldet Gesundheitsminister Anibal Cruz der ersten zwei Infektionsfälle. In Panama gibt das Gesundheitsministerium den ersten Tod eines Patienten aufgrund einer Ansteckung mit dem Virus bekannt.

- Die französische Fluggesellschaft Air France hat aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 alle Flüge nach Italien ab dem 14. März gestrichen. Die Maßnahme solle bis einschließlich 3. April gelten, teilte die Fluggesellschaft am Dienstagabend mit. Bis zum 14. März wird Air France einen Flug pro Tag zu jedem ihrer italienischen Reiseziele beibehalten,

00.30 Uhr - In Australien kündigt Ministerpräsident Scott Morrison ein Hilfspaket für medizinische Maßnahmen gegen die Epidemie im Umfang von 2,4 Milliarden Australischer Dollar (1,38 Milliarden Euro) an.

- In Kalifornien verschieben die Veranstalter das Coachella Musik Festival auf Oktober. Zu dem mehrtägigen Festival - eines der größten weltweit - kommen üblicherweise bis zu einer halben Million Menschen.

- Die Zahl der durch das Coronavirus verstorbenen Menschen in Italien ist um 168 auf insgesamt 631 gestiegen. Insgesamt haben sich 10.149 Menschen in Italien infiziert.

- Die US-Regierung bestätigt einen "Washington Post"-Bericht, nach dem sie sich mit Vertretern führender IT-Firmen wie Google, Apple, Facebook, Twitter oder Microsoft treffen will. Thema sei die Coronaepidemie. Der Technologie-Berater von US-Präsident Donald Trump, Michael Kratsios, werde das Gespräch leiten.

00.00 Uhr - Die Staatssekretärin im britischen Gesundheitsministerium Nadine Dorries hat sich nach einem Bericht der "Times" mit dem Coronavirus angesteckt. Die Frau habe in der vergangenen Woche Hunderte Menschen im Parlament getroffen und sei zu einem Empfang mit Premierminister Boris Johnson gegangen, berichtet das Blatt.

- Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass sich rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus anstecken könnten. 60 bis 70 Prozent könnten sich infizieren, sagte sie nach Teilnehmerangaben in der Fraktionssitzung am Dienstag

- Im Kampf gegen das neue Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein einheitliches Handeln aller Bundesländer verlangt - und scharfe Kritik am Land Berlin geübt. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag in Berlin mahnte Söder, der derzeit den Vorsitz der Runde hat, nötig sei ein einheitliches Krisenmanagement in ganz Deutschland, das in allen Bundesländern einheitlich angewandt werden müsse

dpa/rtr/ap/afp

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