Weiterer Interessent Lenovo prüft Blackberry-Übernahme

Der weltgrößte Computerkonzern Lenovo erwägt offenbar die Übernahme von Blackberry. Es wäre nicht der einzige Interessent für den angeschlagenen Smartephone-Pionier. Allerdings dürfte die Regierung Kanadas noch ein gehöriges Wort mitreden.
Blackberry-Zentrale in Waterloo: Kanadas Regierung würde die Übernahme des Smartephone-Herstellers durch einen chinesischen Konzern wohl nicht gutheißen

Blackberry-Zentrale in Waterloo: Kanadas Regierung würde die Übernahme des Smartephone-Herstellers durch einen chinesischen Konzern wohl nicht gutheißen

Foto: MARK BLINCH/ REUTERS

Toronto - Der chinesische PC-Hersteller Lenovo  prüft einem Zeitungsbericht zufolge die Bücher des angeschlagenen Smartphone-Herstellers Blackberry. Lenovo habe dafür eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

Blackberry hatte im August erklärt, strategische Optionen zu prüfen. Möglich sei auch ein vollständiger Verkauf. Es liegt bereits ein Angebot des Unternehmers Prem Watsa vor, mit seiner Gesellschaft Fairfax Financial BlackBerry für 4,7 Milliarden Dollar zu kaufen und von der Börse zu nehmen. Branchenkreisen zufolge erwägen auch andere Firmen Angebote.

Ein Übernahmeversuch durch eine chinesische Firma würde wohl auf Widerstand der kanadischen Regierung stoßen. Sie prüft bei Fusionen, ob sie im Interesse des Landes sind und die nationale Sicherheit bedrohen. Das Industrieministerium in Ottawa äußerte sich zunächst nicht zu dem mutmaßlichen Lenovo-Interesse.

Blackberry-Smartphones, die von vielen Großunternehmen wegen der Verschlüsselung von E-Mails geschätzt werden, können sich auf dem Markt nicht gegen das iPhone von Apple  oder Geräte mit dem Betriebssystem Android von Google  behaupten. Neue Telefone erwiesen sich als Ladenhüter. BlackBerry will deswegen weltweit ein Drittel seiner Stellen streichen.

rei/rtr

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