Freitag, 6. Dezember 2019

Cloud Computing Wie Big Pharma von der Datenwolke profitiert

Arzneimittel: Entwicklung beschleunigt durch die Wolke

3. Teil: Produktpalette zum Anfassen im Netz

Mittelständler nutzen die Cloud bisher hauptsächlich, um Kosten zu senken oder interne Prozesse zu beschleunigen - etwa, indem sie Cloud-Lösungen für die Buchhaltung nutzen oder von überall her auf Emails zugreifen zu können. Das reicht aber, je nach Geschäftsmodell, noch nicht aus, um alle strategischen Vorteile des Cloud Computing zu nutzen. "Strategisch sinnvoll eingesetztes Cloud Computing kann auch für einen größeren Kundenstamm sorgen und Bestandskunden binden", sagt KPMG-Partner Wallraf. Die Wolke biete mehr Chancen, als mancher Mittelständler glaube.

"Am Ende werden sich Unternehmen durchsetzen, die ihren Kunden ihre Produktpalette im Internet quasi zum Anfassen präsentieren, ohne dass diese einen Laden betreten", sagt Wallraf. Auch das sei Cloud Computing - etwa dann, wenn Kunden den Status ihrer Online-Shop-Bestellung via Internet abrufen könnten.

Die Angst vor dem Datenverlust ist besonders im Mittelstand aber nach wie vor ein großes Thema, wenn es um Cloud Computing geht. "Der NSA-Datenskandal hat jetzt gezeigt, dass Daten eigentlich nirgends sicher sind", sagt Wallraf. Unternehmen müssten deshalb, trotz aller Vorteile, darauf achten, welche Daten sie in die Cloud auslagerten: "Es gilt, hochsensible von weniger sensiblen Daten zu trennen - und erstere absolut unzugänglich zu speichern", sagt Wallraf. Für alle anderen Daten könne dann eine Cloud-Software genutzt werden - Private oder Public, je nachdem, um welche Daten und Prozesse es gehe.

Spagat zwischen Strategie und Sicherheit

Cloud Computing strategisch nutzen, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen, gleichzeitig aber für bestmögliche Datensicherheit sorgen - geht das?

Ja, sagen Experten. "Viele Firmen setzen mittlerweile auf Managed-Cloud-Konzepte", sagt Marktanalyst Büst. Das bedeutet: Anbieter von sogenannten Business Clouds helfen ihren Kunden beim Weg in die Wolke, richten eine gehostete, also online zugängliche, Private-Cloud ein. "Im Gegensatz zu Public-Cloud-Anbietern stellen sie aber nicht nur die Infrastruktur bereit, sondern übernehmen auch alles, was im Zusammenhang mit Cloud Computing anfällt."

Runtastic etwa, ein Anbieter von Fitness-Apps fürs Smartphone, nutzt neuerdings einen solchen Managed-Cloud-Service von T-Systems, um die Fitnessdaten seiner Nutzer abzuspeichern. "Public Cloud kam für Runtastic nicht in Frage, weil das Unternehmen wissen will, wo genau die Daten liegen", sagt Büst. Zudem habe Bedarf für weitere Beratung hinsichtlich der Cloud bestanden. "Das nennt sich dann Professional Service."

Dafür würde dann auch der höhere Preis für den Cloud-Anbieter in Kauf genommen.

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