Donnerstag, 14. November 2019

IT-Outsourcing Was kostet die Cloud?

Selber machen oder Auslager? Je nach Projekt rechnet sich die Cloud für Firmen

Lohnt sich der Weg in die Cloud? Für ein Viertel der Firmen heißt die Antwort einer Studie zufolge: Ja. Doch welches Viertel ist das? Ein Überblick über aktuelle Studien zu Kosten und Nutzen der Cloud gibt Aufschlüsse.

Hamburg - Unternehmen gehen aus den unterschiedlichsten Gründen in die Cloud. Sie wollen flexibler werden, den Kundenkontakt verbessern, neue Geschäftsprozesse umsetzen, und vor allem eines: Kosten sparen. Rund die Hälfte aller Führungskräfte erhoffen sich mit dem Auslagern von IT genau dies, heißt es etwa in einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung KPMG.

Immerhin ein Viertel der Unternehmen, die bereits die Cloud nutzen, erreichen dieses Ziel auch, heißt es in einer anderen Studie des Cloud-Anbieters IBM. Doch welches Viertel der Unternehmen ist prädestiniert für die Angebote aus der Cloud?

Auch dazu gibt es inzwischen erste Studien. So gilt das Einsparpotential für Firmen, deren Rechnerauslastung stark schwankt, als besonders hoch. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest Studie der IT-Unternehmensberatung Experton. Bei Internet-Applikationen sind es im Durchschnitt 57,5 Prozent.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen startet eine Kampagne auf Facebook, die sich an Kunden richtet. Für einen solchen Aufruf richtet das Unternehmen dann eine Website ein, auf die per Facebook verlinkt wird. Auf der Website können sich Kunden zum Beispiel registrieren und ein bestimmtes Produkt gratis oder stark vergünstigt erwerben. Wie groß der Andrang auf diese Website wird, ist oft schwer abschätzbar.

Musterbeispiel Facebook-Kampagne

Und solche Fälle werden immer häufiger: "Der Kundenkontakt wird direkter, und damit wird es wichtiger, dass Unternehmen flexibel reagieren können", sagt Experton-Berater Heiko Henkes. Egal, ob es um eine Facebook-Kampagne geht, oder ob im Sommer plötzlich sämtliche Filialleiter einer Supermarktkette Grillkohle bestellen. "Wenn man für diese Fälle ständig Kapazitäten vorhalten muss, ist das einfach unwirtschaftlich."

Auch klassische Desktoprechner, auf denen vor allem Büroprogramme laufen, können Unternehmen ersetzen und Betriebssystem samt Anwendungen aus der Cloud beziehen. Je nachdem, wie stark die Auslastung der Rechner ist, sparen Firmen zwischen 46 und 55 Prozent im Vergleich zum Eigenbetrieb. "Wir beobachten gerade, dass Unternehmen sich in dem Bereich verstärkt für Cloud-Angebote interessieren", sagt Henkes.

Die in der Studie untersuchten mittelständischen Unternehmen müssten für den Ersatz von IT-Infrastruktur, etwa veralteter Rechner und Server samt Betriebssystem und Datenbank, durchschnittlich 1,47 Millionen Euro bezahlen. Würden sie die Systeme stattdessen aus der Cloud beziehen, wären es lediglich 980 Tausend Euro. Macht bei den untersuchten Firmen im Schnitt eine Ersparnis von 28 Prozent.

Der Rechnung liegt ein Vergleichszeitraum von drei Jahren zugrunde. "Die Nutzungsdauer kann in der Praxis auch mal länger oder kürzer sein, im Durchschnitt ist das aber ein realistischer Wert", sagt Henkes. Heißt auch: Je häufiger eine Firma IT-Komponenten neu anschafft, desto eher rechnet sich die Cloud.

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