Mittwoch, 18. September 2019

Trotz Gewinnplus Cisco streicht 4000 Jobs

Cisco-Chef Chambers: "Es läuft nicht in dem Tempo, das wir gerne hätten"

Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco streicht 5 Prozent der Stellen. Zwar vermeldete das US-Unternehmen mehr Gewinn im vierten Quartal, die Aktie rutschte dennoch ab - Anleger hatten mit einem besseren Ausblick gerechnet.

San Jose/New York - Trotz eines beachtlichen Gewinnzuwachses müssen die Mitarbeiter beim weltgrößten Netzwerkausrüster Cisco um ihre Jobs bangen. Das Management des US-Konzerns streicht 4000 Stellen und damit 5 Prozent aller Arbeitsplätze. Das kündigte Cisco in einer Telefonkonferenz mit Analysten an.

Konzernchef John Chambers begründete den Schritt nach Angaben des "Wall Street Journal" mit einer zu langsamen wirtschaftlichen Erholung und der Notwendigkeit, das Unternehmen durch kleinere Teams wendiger zu machen. "Es läuft jedoch noch nicht in dem Tempo, das wir gerne hätten", so Chambers.

Die Aktie von Cisco Börsen-Chart zeigen fiel nachbörslich um annähernd 10 Prozent, auch weil der vorsichtige Ausblick des Unternehmens die Anleger enttäuschte.

Nur eine Stunde zuvor hatte Chambers bei der Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen ein neuerliches Rekordgeschäft vermeldet. Der Umsatz im vierten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) war um 6 Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar (9,4 Milliarden Euro) gestiegen und der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 18 Prozent auf unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar.

Vorsichtiger Ausblick

Das laufende Quartal geht Cisco mit etwas Zurückhaltung an: Das Unternehmen rechnet damit, den Umsatz um 3 bis 5 Prozent steigern zu können. Dies liegt allerdings am unteren Ende der Analystenerwartungen. Anleger hatten auf Aussichten für ein stärkeres Anziehen der Nachfrage gehofft.

Cisco stellt Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik der Kalifornier steckt in den meisten Firmennetzwerken und sorgt dafür, dass das Internet läuft. Der Konzern profitiert von der wachsenden Bedeutung von Cloud-Diensten, also der Auslagerung von Daten und Programmen auf große Rechner im Internet. Auch die steigende Verbreitung vom Smartphones und Tablet-Computern kommt Cisco zugute.

Chambers hatte erst vor zwei Jahren einen Konzernumbau angestoßen, dem Tausende Jobs zum Opfer fielen. Er senkte die Kosten und trennte sich von unprofitablen Sparten. So stellte er die gefloppten Flip-Videokameras ein, gab das Werk im mexikanischen Juarez an den asiatischen Auftragsfertiger Foxconn ab und verkaufte die Heimanwender-Tochter Linksys an den Computerzubehör-Spezialisten Belkin.

ts/dpa-afx/rtr

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