Montag, 1. Juni 2020

Chris Hohn sieht Auffälligkeiten in KPMG-Bericht Hedgefonds-Milliardär verklagt Wirecard-Management

Wettet auf die Wirecard-Misere: Hedgefonds-Manager Chris Hohn (Archivaufnahme)
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Wettet auf die Wirecard-Misere: Hedgefonds-Manager Chris Hohn (Archivaufnahme)

Der britische Hedgefondsmanager Christopher Hohn will gerichtlich wegen mutmaßlicher Unstimmigkeiten in der Bilanzierung gegen das Management des Dax-Konzerns Wirecard vorgehen. Hohns Hedgefonds TCI habe am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft München I Strafanzeige gegen Wirecard-Verantwortliche gestellt, teilte TCI am Dienstag in London mit. Nach Einschätzung von TCI haben sich aus dem Ende April veröffentlichen Sonderbericht der Wirtschaftsprüfer von KPMG Auffälligkeiten ergeben, die möglicherweise strafrechtlich relevant sein könnten.

Die Wirecard-Aktie reagierte am Mittag nur geringfügig auf die Nachrichten. Mitte vergangener Woche hatte die erste deutsche Anlegerklage gegen Wirecard die Papiere des Unternehmens noch deutlich ins Minus gedrückt.


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TCI hält nach eigenen Angaben eine Short-Position auf Wirecard-Aktien, spekuliert also auf fallende Kurse. Diese lag laut jüngsten Angaben im Bundesanzeiger am 28. April bei 1,53 Prozent der Aktien. Christopher Hohn hatte bereits nach Erscheinen des KPMG-Berichts in einem offenen Brief an Wirecard-Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann den Rücktritt von Wirecard-Vorstandschef Markus Braun gefordert.

Wirecard sieht sich seit langem als Opfer von Shortsellern, die mit schlechten Nachrichten und fallenden Kursen Kapital aus der Aktie schlagen wollen. Der Sonderbericht zu stark kritisierten Bilanzunregelmäßigkeiten bei Wirecard hatte allerdings wichtige Fragen offengelassen, auch wenn keine Belege für Fehlverhalten gefunden wurden. Die Wirecard-Aktie war daraufhin abgestürzt.

luk / dpa

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