Mittwoch, 8. April 2020

Neuer Chef kommt von kanadischem Energieproduzenten Bombardier-Chef tritt ab

Kanadischer Konzern im Ausverkauf: Was von Bombardier übrig bleibt
DPA

Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier sorgte am späten Mittwochabend für eine Überraschung: Der bisherige Vorstandsvorsitzende Alain Bellemare werde zurücktreten und durch den ehemaligen Geschäftsführer und CEO von Hydro-Quebec, Eric Martel, ersetzt, teilte Bombardier mit.

Bellemare führte Bombardier seit 2015. In diese Zeit fiel auch die drohende Insolvenz durch das kostspielige Jet-Programm der CSerie. Die Verkehrsflugzeugsparte war lange der Kern des Unternehmens, aus ihr hat sich Bombardier jedoch komplett zurückgezogen. Airbus und die Provinz Québec übernahmen Mitte Februar die restlichen Anteile. Bellemare setzte den Fokus auf die Produktion von Business-Jets. Das Programm der CRJ-Regionaljets hat Bombardier bereits 2019 an Mitsubishi abgegeben.

Eric Martel

Das zweite Standbein des einst globalen Transportriesen war die Bahnsparte mit Sitz in Berlin. Nach jüngsten Plänen soll das Bahngeschäft an den französischen Konzern Alstom verkauft werden, allerdings steht dafür noch die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden aus.

Der Fünfjahres-Turnaround-Plan stehe kurz vor dem Abschluss, deshalb sei der Vorstand, einschließlich Herrn Bellemare, einstimmig zu dem Schluss gekommen, dass es der richtige Zeitpunkt sei, dass ein neuer Vorstandsvorsitzender das Ruder des Unternehmens übernimme, schrieb Bombardier in einer Erklärung.


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Eric Martel war bereits 13 Jahre bei Bombardier tätig, war Präsident der Business Aircraft Unit, bevor er 2015 als CEO zum Energieproduzenten Hydro-Quebec wechselte. Vor seiner Zeit bei Bombardier ab 2002 arbeitete der studierte Ingenieur und Träger der Ehrendoktorwürde der Concordia University (Montreal) bei Unternehmen wie Pratt & Whitney, Rolls Royce, Procter & Gamble und Kraft Foods.

akn mit Reuters

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