Freitag, 24. Mai 2019

 Blackberrys neues High-End-Modell Quadratisch, praktisch, gut?

Hip to be square? Blackberry setzt auf ungewohnte Formen

Blackberry war mit seinen Tastatur-Smartphones schon immer etwas anders als andere Hersteller. Eigenwillig bleiben die Kanadier auch in der Krise. Ihr neues High-End-Modell Passport überrascht mit quadratischem Bildschirm - und provoziert eine Erklärung.

Hamburg - Seit November versucht der kanadische Smartphone-Pionier Blackberry sich unter Führung des neuen CEO John Chen in die Profitablilität zurückzukämpfen. Und schlägt dafür eigenwillige Wege ein: Sein neues Flaggschiff-Smartphone namens Passport verfügt über einen 11,43 mal 11,43 Zentimeter (4,5 inch mal 4,5 inch) großen Bildschirm samt der Blackberry-typischen Smartphone-Tastatur.

Einen ersten Blick auf das neue Modell mit seiner ungewöhnlichen Bildschirmgröße gewährte Blackberry bereits bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen - und sorgte damit für Verwunderung. Jetzt legten die Kanadier in einem Blogbeitrag die Begründung für die außergewöhnlichen Maße nach.

Diese lieferten ganz einfach ein "besseres Leseerlebnis", argumentierten die Macher. Zudem komme der Bildschirm, der 60 statt der meist üblichen 40 Schriftzeichen pro Zeile darstellt, der Realität in elektronischen Büchern und Schriftstücken näher. Dies mache das Gerät ideal zum Lesen von eBooks, zur Dokumentensichtung oder zum Surfen im Internet. So könnten Architekten besser Skizzen betrachten, Broker auf Handelsplattformen surfen - ohne dass die Tastatur einen großen Raum der Darstellung einnehme.

Spekulationen über Marktstart im September

Wann das neue Gerät auf den Markt kommen wird, dazu äußerte sich Blackberry nicht, ebensowenig zum Preis. Auf der Tech-Seite "crackberry" wird jedoch über eine Einführung im September und ein Launchevent in London gemutmaßt. Der Seite zufolge soll die Grafikleistung des Passport deutlich über der des Vorgängermodells liegen.

Blackberry Börsen-Chart zeigen befindet sich nach Milliardenverlusten nach Unternehmensangaben auf dem Weg zum Turnaround. Im abgelaufenen Quartal schrieb der Konzern zwar noch rund 60 Millionen Dollar Minus. Ohne Sonderbelastungen stand aber sogar ein Plus von 23 Millionen Dollar zu Buche Analysten hatten einen mehr als doppelt so hohen Fehlbetrag erwartet. Laut Firmenchef John Chen ist das Unternehmen nah daran, mit Hardware wieder Geld zu verdienen.

Allerdings ist Blackberry heute nur noch ein Schatten seiner selbst: Der Marktanteil im Smartphonesektor ist innerhalb weniger Jahre von 20 auf 2 Prozent gesunken. Tausende Mitarbeiter wurden entlassen. Neben dem Smartphonegeschäft hat sich Blackberry mit Messengersoftware und Betriebssystemen für Autos aber weitere Standbeine geschaffen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund die Hälfte an Wert zugelegt.

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