Sonntag, 16. Juni 2019

NSA-Affäre Firmen wenden sich von Cloud-Diensten ab

Wer liest mit? Zunehmend nutzen Firmen Cloud-Dienste, es wachsen aber auch die Befürchtungen

Die Spionageaffäre um den US-Geheimdienst NSA dämpft das Interesse deutscher Firmen am Cloud-Computing. Laut einer Studie des Verbandes Bitkom haben zahlreiche Firmen bestehende Cloud-Lösungen wireder abgeschafft.

Berlin - Das Interesse an Cloud-Diensten in Deutschland hat als Folge der NSA-Spähaffäre einen deutlichen Dämpfer erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzung in Unternehmen nur noch um 3 Prozentpunkte angestiegen, teilte der Branchenverband Bitkom am Donnerstag mit. Ein Jahr zuvor legte die Nutzung noch um 9 Prozentpunkte zu.

Einer repräsentativen Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG zufolge nutzen derzeit 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud-Computing-Angebote.

Beim Cloud Computing werden IT-Anwendungen und Speicherplatz über das Netz bedarfsgerecht bereitgestellt und nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet. Die Befürworter des Cloud-Konzepts versprechen mehr Flexibilität, nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit und niedrigere Kosten. Kritiker des Cloud-Konzeptes bemängeln vor allem Probleme beim Datenschutz.

"Der Trend zum Cloud Computing ist ungebrochen, aber die NSA-Affäre hat dem Wachstum einem Dämpfer versetzt", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. 13 Prozent der Unternehmen hätten konkret geplante Cloud-Projekte zurückgestellt. 11 Prozent sogar bestehende Cloud-Lösungen aufgegeben.

Die größte Hürde für den Einsatz von Private Cloud Computing ist laut Bitkom die Sorge vor einem unberechtigten Zugriff auf sensible Daten. 77 Prozent der Unternehmen nennen dies als Hinderungsgrund für den Einsatz oder eine intensivere Nutzung der Technologie. 45 Prozent haben Angst vor einem Verlust von Daten, die in der internen Cloud hinterlegt sind.

nis/dpa

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