Dienstag, 10. Dezember 2019

Mehr Akzeptanz für Bitcoin & Co. Neuseeländer zahlen Gehalt bald auch in Kryptowährung

Passant vor "Bitcoin-Wechselstube"

Früher vor allem als Währung verschrien, mit der sich im Darknet Drogen und Kinderpornografie kaufen ließen, mausern sich Kryptowährungen immer mehr zum akzeptierten Zahlungsmittel. Nachdem bereits seit Längerem einzelne Handelsunternehmen oder Fluglinien die Bezahlung in Kryptowährungen akzeptieren, geht Neuseeland nun einen Schritt weiter: Ab dem 1. September dürfen Unternehmen ihren Mitarbeitern dort ihr Gehalt in Kryptowährungen auszahlen.

Allerdings nur, wenn die Kryptowöhrung an eine "reale" Währung gebunden ist und die Beschäftigten die Möglichkeit haben, diese sofort in eine harte Währung umzuwandeln. Die Regelung, die eine reguläre Besteuerung als Währung vorsieht, gilt zunächst für drei Jahre.

Dass ausgerechnet das Zuwanderungsland Neuseeland sich den neuen Digitalwährungen gegenüber so offen zeigt, ist naheliegend. Loben Nutzer doch vor allem die Vorteile von Kryptowährungen im Vergleich zum oft aufwändigen und zudem teuren klassischen internationalen Geldtransfer. Um für einen breiteren Käuferkreis interessant zu sein, hatten auch bereits Hausverkäufer in Neuseeland angekündigt, Kryptowährungen akzeptieren zu wollen.

Auch wenn Kryptowährungen wie Bitcoin noch immer von massiver Volatilität gekennzeichnet sind und immer wieder Räuberpistolen im Zusammenhang mit Kryptowährungen die Runde machen, scheint ihre Akzeptanz zu steigen. Experten schreiben einen beträchtlichen Anteil daran dem Vorstoß von Facebook gut, das mit der Libra aktuell an einer eigenen - währungsgebundenen - Kryptowährung arbeitet.

"Die Libra war sehr gut für Krypto und sehr gut für Bitcoin", urteilte beispielsweise kürzlich der Bitcoin-Investor Tyler Winklevoss, der mit seinem Zwillingsbruder Cameron bereits früh auf Kryptowährungen setzte. Dass ein Unternehmen eines Kalibers von Facebook das Wort Krypto in den Mund nehme, entmystifiziere es und nehme einigen Leuten etwas Angst, erklärte der einstige Kommilitone von Mark Zuckerberg, der sich noch vor Jahren zusammen mit seinem Bruder eine umfangreiche Justizschlacht mit dem Facebook-Gründer um die Rechte an dem sozialen Netzwerk geliefert hatte.

Und auch einige Staaten haben die Vorteile von Kryptowährungen bereits für sich entdeckt. So arbeitet China - befeuerte von den Plänen Facebooks - aktuell an einer eigenen Digitalwährung die "in Kürze" auf den Markt kommen soll. Und mit der das Land Zahlungsflüsse künftig noch besser überwachen kann.

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