Finanzierung für Software-Startup Spryker Benjamin Otto und Zalando-Gründer mit gemeinsamer Beteiligung

Von Andrea Rungg
Seit kurzem ist Benjamin Otto "gestaltender Gesellschafter" bei der Otto Group und damit Mitglied des Gesellschafterrats - das Gremium für die großen strategischen Entscheidungen. Über seine Investmentgesellschaft BPO Capital verfolgt er zudem privat finanzierte Engagements bei jungen Unternehmen

Seit kurzem ist Benjamin Otto "gestaltender Gesellschafter" bei der Otto Group und damit Mitglied des Gesellschafterrats - das Gremium für die großen strategischen Entscheidungen. Über seine Investmentgesellschaft BPO Capital verfolgt er zudem privat finanzierte Engagements bei jungen Unternehmen

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Eine ungewöhnliche Investorenkombination hat das Berliner Software-Startup Spryker zusammenbekommen. Aus einer Mitteilung im Handelsregister geht hervor, dass sich unter anderem Otto-Gesellschafter Benjamin Otto und die Zalando-Gründer Robert Gentz und David Schneider indirekt über verschiedene Beteiligungsfonds an Spryker beteiligen.

Die Konkurrenz von Otto und Zalando und damit der größten deutschen Onlinehändler spielte offensichtlich keine Rolle.

Spryker erhielt in der ersten Finanzierungsrunde einen mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag, eine übliche Summe in einer frühen Phase. Das Unternehmen biete schnell wachsenden Onlinehändlern eine Software, die modular erweiterbar ist. Es sei eine Art Baukasten, aus dem sich E-Commerce-Firmen bedienen und so ihre Plattform individuell konfigurieren könnten.

Der besondere Vorteil der Software bestehe darin, dass die Daten des Onlinehandel an einem zentralen Ort automatisch aufgearbeitet werden, so dass verschiedene Abteilungen darauf zugreifen und jeweils Schlüsse ziehen könnten, teilte das Unternehmen mit. Es käme quasi zu einer automatischen Übersetzung der Daten, wodurch Onlinehändler Kundenverhalten relativ schnell wahrnehmen und gegebenenfalls Werbung gezielt anpassen könnten.

Spryker ist aus dem Frühphasen-Investor und Startup-Inkubator Project A Ventures hervorgegangen. Project A wird wiederum weitgehend von der Otto-Gruppe getragen. Ein weiterer Geldgeber ist der Axel-Springer-Verlag.

Die Vorläufer-Software von Spryker wurde in der Vergangenheit bereits in einigen jungen Unternehmen von Project A eingesetzt. Entwickelt wurde sie von Technologiechef Fabian Wesner, der sich ab sofort ganz auf Spryker konzentrieren wird und als Mitgründer gilt. Geschäftsführer von Spryker Systems sind die beiden weiteren Mitgründer Alexander Graf und Nils Seebach.

Beide sind alte Bekannte der Otto Group. Der Konzern kaufte in der Vergangenheit bereits ein von ihnen gegründetes Unternehmen. Graf hatte das Familienunternehmen zudem einige Jahre bei der Konzeption, Bewertung und dem Kauf digitaler Geschäftsmodelle beraten.

Die Beteiligung von Otto-Enkel Benjamin Otto über seine Investmentgesellschaft BPO Capital dürfte daher kaum überraschen. Die Zalando-Gründer sind mit einem privaten Engagement indirekt über den Fonds Cherry Ventures beteiligt.

Zalando-Gründer David Schneider (l.) und Robert Gentz beim Börsengang im Oktober 2014.

Zalando-Gründer David Schneider (l.) und Robert Gentz beim Börsengang im Oktober 2014.

Foto: Bloomberg via Getty Images

Hinter Cherry Ventures stecken ehemalige Unternehmensberater und Zalando-Mitarbeiter, die ihre Expertise bei Aufbau von Unternehmen weitergeben wollen. "Wir bei Cherry Ventures wissen durch unseren operativen Hintergrund als Unternehmer, wie wichtig die richtige IT-Infrastruktur für den Erfolg eines Geschäftsmodells ist. Deshalb glauben wir an einen großen Markterfolg von Spryker, insbesondere, weil der technologische Ansatz aus einem solchen operativen, unternehmerischen Hintergrund entstanden ist", sagte Managing Parnter Christian Meermann zur Beteiligung.

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