Donnerstag, 20. Juni 2019

Milliardensumme für Startup Google vor Kauf von Kartendienst Waze

Online-Netzwerk für Autofahrer: Um das Navigations-Start-up bemühen sich Google, Facebook & Co.

Im Bieterkampf um das israelische Navigations-Startup Waze scheint Google die Nase vorn zu behalten. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge will der Internetriese Waze in Kürze übernehmen - für mehr als eine Milliarde Dollar.

New York/Berlin - Wie die israelische Finanzzeitung "Globes" berichtete, soll der Kaufpreis rund 1,3 Milliarden Dollar betragen. Bei der Finanznachrichtenagentur Bloomberg war von 1,1 Milliarden Dollar die Rede. Dass sich Waze mit mehreren Bietern in Verkaufsgesprächen befand,ist nicht neu. Auch Facebook war als möglicher Käufer gehandelt worden. Medienberichten zufolge waren die Verhandlungen allerdings vor einigen Wochen geplatzt.

Das Besondere an Waze ist, dass Routenanweisungen auch auf Basis von Informationen der Nutzer und deren Fortbewegung erstellt werden. Der Dienst funktioniert zugleich wie eine Art Online-Netzwerk für Autofahrer. Sie informieren sich untereinander über Staus, Unfälle oder Radarfallen.

Das Start-up, das in Israel gegründet wurde und den offiziellen Sitz inzwischen nach Kalifornien verlagerte, hat nach aktuellen Informationen rund 45 Millionen Nutzer. Die App ist kostenlos. Geld kommt durch Werbung und den Verkauf von Kartendaten rein.

Laut "Wall Street Journal" zufolge, das ebenfalls über die bevorstehende Übernahme berichtete, könnte Waze unter dem Dach von Google weiter unabhängig agieren, während einige Informationen zugleich in den Kartendienst des Internetriesen integriert würden. Zeitweise galt auch Apple als möglicher Interessent, doch Konzernchef Tim Cook hatte jüngst klar gesagt, dass es kein Angebot gegeben habe

Zusatzdienste, die auf Smartphones oder Tablet-PCs genutzt werden können, werden für Technologiekonzerne wie Google und Facebook immer wichtiger. Denn mit ihnen steigt auch die Nutzung von mobilen Geräten und damit die potenziellen Werbeeinnahmen, die über sie generiert werden können. Waze verwendet die Satelliten-Signale der Smartphones, um den Nutzern Karten- und Verkehrsdaten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Das erst vor vier Jahren gegründete Unternehmen hat 47 Millionen Mitglieder und 100 Mitarbeiter.

mihec/rtr/dpa

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