Sonntag, 15. September 2019

Selbstfahrende Testflotte Conti und Co. tüfteln am Google-Auto

Google-Auto: In fünf Jahren sollen die Fahrzeuge marktreif sein

Google ist in der deutschen Autoindustrie fündig geworden: Continental und andere Zulieferer helfen dem Internetkonzern beim Bau selbstfahrender Autos. Eine Testflotte ist derzeit in der Mache - in fünf Jahren sollen die Fahrzeuge marktreif sein.

Detroit - Google Börsen-Chart zeigen lässt für Tests seines ersten selbstfahrenden Autos aus eigener Entwicklung eine Flotte aus 150 Wagen bauen. Die abgerundeten Zweisitzer werden beim Fahrzeugentwickler Roush in der Nähe der amerikanischen Auto-Hauptstadt Detroit gefertigt.

Unter den Partnern sind auch die deutschen Zulieferer Continental Börsen-Chart zeigen, Bosch und ZF Lenksysteme, wie aus einem Interview des Projektchefs Chris Urmson mit der Zeitung "Detroit Free Press" am Rande der Automesse in Detroit hervorgeht.

Samir Salman, Geschäftsführer von Continental North America, sagte, das Projekt sei ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der Vision von einer Welt ohne Verkehrsunfälle, bei der gleichzeitig die individuelle Mobilität erweitert werde.

Die Testfahrzeuge von Google sollen im Frühjahr in Kalifornien auf die Straße kommen. Der Konzern hatte einen ersten Prototypen seines Autos ohne Pedale und Lenkrad, das nur vom Computer gesteuert werden soll, im Mai vorgestellt. Inzwischen gibt es eine straßentaugliche Version. Es wird erwartet, dass Google angesichts aktueller Regeln temporäre Steuer-Möglichkeiten für die Test-Fahrer einbauen muss.

Google wolle die Fahrzeuge in fünf Jahren marktreif haben, sagte Urmson. Eine ähnliche Zielmarke verfolgen auch die etablierten Autohersteller mit ihren Plänen zum automatisierten Fahren. Google zeigt sich offen für Kooperationen mit den Autobauern und hat laut Eigenangaben bereits mit General Motors, Ford, Toyota, Daimler und Volkswagen gesprochen.

Die großen Autohersteller tun sich aber bisher schwer damit, im großen Stil mit Google zusammenzuarbeiten. Denn die Interessen sind konträr: IT-Konzerne wie Google haben großes Interesse an umfassenden Daten über Autofahrten und Insassen, um so ihre Angebote etwa auf Smartphones zu verbessern. Autohersteller wollen solche Daten aber nicht herausmachen - weil sie sich von deren Nutzung selbst gute Geschäfte versprechen.

Immer wieder versichern Automanager wie VW-Chef Martin Winterkorn oder Daimler-Chef Dieter Zetsche, besonders auf die Datensicherheit ihrer Fahrzeuge zu achten - und ihre Käufern die Wahl zu geben, welche Daten sie tatsächlich an Dritte herausgeben.

Autos, die selbstständig fahren können, gelten in der Autobranche als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Kein Wunder also, dass sämtliche großen Autohersteller eigene Projekte zum automatisierten Fahren verfolgen - die sich deutlich von Googles Ansatz unterscheiden. Es gibt also reichlich Raum für Konflikte zwischen der Autobranche und Google. Noch sind diese allerdings nicht so richtig ausgebrochen.

ts/dpa-afx

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