Sonntag, 15. September 2019

"Project Titan" wieder im Umbruch Apple entlässt 200 Mitarbeiter des Selbstfahr-Projekts

Apple-Hauptquartier in Cupertino: Der IT-Konzern zieht 200 Mitarbeiter aus seiner Einheit für autonomes Fahren ab

Einst sollten tausende Apple-Mitarbeiter ein eigenes Roboterauto entwickeln - nun schrumpft der IT-Riese seine "iCar"-Ambitionen offenbar auf Kleinstformat zusammen. Denn einmal mehr krempelt Apple seine Einheit für autonomes Fahren um. Der iPhone-Konzern hat 200 Mitarbeitern des Projekts "Titan" gekündigt, wie der US-Sender "CNBC" berichtet. Intern werde der Schritt als Restrukturierung unter der recht neuen Führungsriege gesehen.

Apple Börsen-Chart zeigen bestätigte die Entlassungen gegenüber "CNBC". Es hieß vom Konzern, man sehe nach wie vor große Chancen bei autonomen Fahrsystemen. Das Titan-Team konzentriere sich 2019 auf bestimmte "Schlüsselbereiche", deswegen würden manche Mitarbeiter an anderer Stelle im Konzern untergebracht.

Im August 2018 hatte Apple nach fünf Jahren einen seiner ehemaligen Manager von Elon Musks Autohersteller Tesla zurückgeholt. Doug Field war bei Tesla zum Chefingenieur aufgestiegen, seit Sommer 2018 leitet seitdem gemeinsam mit Bob Mansfield "Titan". Inwiefern die Entwicklung nun anders ausgerichtet werden soll, ist noch unbekannt.

Apple hält sich bei seinem Programm für autonomes Fahren traditionell bedeckt. Ursprünglich wollte der iPhone-Konzern eigene Autos mit Selbstfahr-Systemen entwickeln. Gespräche mit den deutschen Autobauern BMW und Daimler wurden geführt. Allerdings misslang das Vorhaben, im Oktober 2016 entließ Apple erstmals hunderte Project- Titan-Mitarbeiter. Danach fokussierte sich das Unternehmen auf die Software-Entwicklung für autonome Fahrzeuge.

Wie die US-Zeitung "New York Times" später berichtete, schrumpften die Anstrengungen des Projekts zwischenzeitlich auf das Format selbstfahrender Shuttles, die nur für Apple-Angestellte gedacht waren.

Die Konkurrenz für Apple ist groß. Google ist mit seiner Tochter Waymo dem Wettbewerb weit voraus. Daneben haben Investoren in den vergangenen Jahren Milliarden in Start-ups gepumpt, die an selbstfahrenden Autos und der Technologie dahinter arbeiten. Eines der ambitionierten Jungunternehmen ist Zoox, das erst kürzlich die ehemalige Intel-Managerin Aicha Evans als neue CEO verpflichtet hat. Sie soll schon im kommenden Jahr einen kommerziellen Robotertaxi-Dienst auf die Straßen bringen.

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