Dienstag, 25. Juni 2019

Warum Samsung beim Note 7 die Reißleine ziehen musste Samsungs 4,5 Milliarden Euro schwere Firewall

Tech-Flops: Das sind die großen Fehlschläge
DPA

3. Teil: Warum Smartphones für Samsung immer unwichtiger werden

Kamen noch vor vier Jahren die Gewinne von Samsung Electronics in erster Linie aus dem Geschäft mit IT und mobiler Kommunikation - also dem Segment mit Smartphones, Laptops und Digitalkameras -, hat sich dieser Anteil in den vergangenen Jahren deutlich in Richtung der drei übrigen Geschäftssegmente verschoben. Diese sind neben dem

•• Geschäft mit Displays und dem

••• Halbleitersegment

••• die sogenannten "Consumer Electronics". Produkte also wie Fernseher, Kühlschränke bis hin zu Waschmaschinen.

Halbleiter- und Display-Geschäft sind jetzt schon die halbe Miete

Schon für das laufende Jahr wird erwartet, dass Halbleiter und Display-Geschäft zusammen etwa die Hälfte des Gewinns von Samsung Electronics ausmachen dürften. 2017 dürfte es nach Schätzungen von Nomura bereits deutlich mehr sein.

Aber auch wenn Samsung seinen Fokus vom Smartphone-Geschäft schon längst auf andere Bereiche ausgeweitet hat, der vom Note-7-Debakel ausgehende Imageschaden trifft nicht nur das Geschäft mit Handys.

Nachdem Telekom-Konzerne wie Verizon, T-Mobile und AT&T angesichts neuer Brandmeldungen einfach die Geräte nicht mehr austauschten, blieb Samsung gar nichts anderes übrig als die Reißleine zu ziehen, um den Kollateralschaden für die anderen Bereiche möglichst in Grenzen zu halten.

Insofern darf man die geschätzten 4,5 Milliarden Euro Schaden im Zuge des Smartphone-Debakels wohl auch als milliardenschwere Firewall für die übrigen Geschäftsbereiche von Samsung interpretieren.

So schmerzhaft das Versagen für Samsung letztlich ist, die finanziellen Konsequenzen dürften sich letztlich im Grenzen halten. Das Analysehaus Nomura jedenfalls rechnet selbst angesichts des teuren mittlerweile eingetretene Worst-Case-Szenarios für 2017 mit einem Gewinnsprung von satten 30 Prozent auf 37,6 Billionen Won (mehr als 30 Milliarden Euro) .

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