Samstag, 18. Januar 2020

Papierloses Büro Zettels Albtraum

Apps zum Dokumentenmanagement: Gini, PaperOrganizer und Co.
Corbis

3. Teil: Docuware-Chef Biffar: "Die Mitarbeiter dort meckern immer"

Auf der diesjährigen Cebit hat Docuware die Beta-Version einer App namens "PaperOrganizer" vorgestellt, die Gini vom Fleck weg eine Semantik entgegen setzt, die es wohl mit jener des Startups aufnehmen kann. Der Grund: Der Mittelständler, der weltweit rund 100.000 Anwender in 16 Sprachen und mehr als 70 Ländern für seine Dokumentenmanagementsoftware zählt, hat die App mit seiner eigenen Semantik-Lösung namens "Intelligent Indexing" unterlegt.

Das Ergebnis: Eine App für iOS- und Android-Geräte samt firmenerprobter, lernfähiger Software, die Dokumente erkennt, kategorisiert und in den entsprechenden Ordnern in der Dropbox, Google Drive oder Microsofts Onedrive ablegt.

"Wir beschäftigen uns schon länger mit dem Verbrauchersegment", sagt Docuware-Chef Jürgen Biffar. Schließlich gehe der Trend des Bring-your-own-Device an keinem Unternehmen vorbei. "Das sorgt auch für Erwartungen bei den Mitarbeitern." Biffar weiß davon ein Lied zu singen. Denn an Docuware, das mehr als 50 Prozent seiner Umsätze in den USA erlöst, ist auch die Investmentbank Morgan Stanley beteiligt. "Die Mitarbeiter dort meckern immer, welche Apps sie alle nicht in der Firma benutzen dürfen", sagt Biffar und lacht. Auch der Mittelstand sei in dieser Hinsicht konservativ.

"Bei Startups ist das anders", sagt der Docuware-Chef. "Wir gehen davon aus, dass unsere App vor allem für junge Anwender, private Anwender und die Sohos interessant ist." Sohos, das steht für "Single Office, Home Office", also selbstständige Kleinstunternehmer. Erst einmal von der Kostenlos-App angefixt, hofft Docuware, dass diese Zielgruppe sich irgendwann für die auf Vielnutzer ausgelegte Bezahlvariante des PaperOrganizers entscheidet.

Im Idealfall wachsen die Sohos irgendwann zu Kleinunternehmen heran und benötigen zur Ordnung ihrer Dokumente ein ausgewachseneres Enterprise Content Management. Auch dafür hätte Docuware vorgesorgt. Die Funktion zur Übernahme der PaperOrganizer-Dokumente einschließlich aller Ordnungskriterien in die professionellen Docuware-Lösungen ist längst implementiert.

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