Nicht nur Twitter enttäuscht Auch LinkedIn und Yelp auf dem Boden der Tatsachen

Von mm-newsdesk
Fast genau vier Jahre liegt der Börsengang des Online-Karrierenetz LinkedIn an der New Yorker Börse zurück. Bislang haben sich die Erwartungen für viele Investoren nicht erfüllt. Jetzt senkte das Unternehmen seine Gewinnprognose drastisch.

Fast genau vier Jahre liegt der Börsengang des Online-Karrierenetz LinkedIn an der New Yorker Börse zurück. Bislang haben sich die Erwartungen für viele Investoren nicht erfüllt. Jetzt senkte das Unternehmen seine Gewinnprognose drastisch.

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

Die Zeiten, in denen junge Internet-Firmen in den Augen der Investoren nichts so recht falsch machen konnten, scheinen vorerst vorbei zu sein Nach Twitter enttäuschten jetzt auch Yelp und LinkedIn und schickten ihre Aktien damit auf Tahlfahrt.

Das Online-Karrierenetz LinkedIn hat am Donnerstagabend seine Gewinnprognose gesenkt. Für das Gesamtjahr rechne das Unternehmen nur noch mit einem Ergebnis von 1,90 Dollar je Aktie, teilte der US-Rivale des deutschen Pendants Xing. Zuvor war LinkedIn von 2,95 Dollar pro Anteilsschein ausgegangen.

Das Umsatzziel senkte das Karrierenetz auf 2,90 Milliarden Dollar von zuvor 2,93 Milliarden Dollar bis 2,95 Milliarden Dollar. Grund sei ein geringeres Wachstum im Bereich der Arbeitsvermittlung. Die Aktie brach nachbörslich um bis zu 27 Prozent ein.

Außerdem verzögere sich der erwartete Umsatzbeitrag eines Zukaufs, teilte das Unternehmen weiter mit. LinkedIn übernimmt für 1,5 Milliarden Dollar die Internet-Weiterbildungsfirma lynda.com. Lynda.com bietet Online-Kurse unter anderem für Web-Design und Software-Entwicklung an.

LinkedIn-Aktie verliert 27 Prozent, Titel von Yelp brechen 23 Prozent ein

LinkedIn verdient sein Geld neben Werbung mit kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaften und Gebühren, die Firmen bezahlen müssen, wenn sie über das Netzwerk nach geeignetem Personal suchen. Im ersten Quartal weitete sich der Verlust auf 42,5 Millionen Dollar von 13,4 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum aus. Der Umsatz erhöhte sich auf 637,7 Millionen Dollar von 473,2 Millionen Dollar.

Investoren straften am Donnerstag ebenso die Aktie des Bewertungsportals Yelp ab, bei dem Nutzer Restaurants und andere Geschäfte bewerten können. Der Titel stürzte um 23 Prozent. Yelp hatte für das erste Quartal ein Umsatzplus von 55 Prozent auf 118,5 Millionen Dollar bekannt gegeben - Analysten hatten aber mit mehr gerechnet. Auch die Umsatzprognose für das laufende Quartal fiel niedriger als erwartet aus. Yelp verbuchte im ersten Vierteljahr einen Verlust von rund 1,3 Millionen Dollar. Das Minus war damit etwa halb so groß wie im Vorjahresquartal.

Erst am Mittwoch hatte der Kurznachrichtendienst Twitter mit einer enttäuschenden Umsatzprognose seiner Aktie einen Kurssturz von rund 25 Prozent beschert. Twitter steckt weiterhin tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal gab es einen Verlust von 162,4 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich zwar um 74 Prozent auf 436 Millionen Dollar. Twitter verfehlte damit aber sowohl die eigenen Vorhersagen als auch die Erwartungen der Analysten. Auch die Prognose für 2015 wurde gekappt.

rei/dpa/reuters
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