Dienstag, 15. Oktober 2019

Börsengänge auf Rekordniveau Wie man auch 2018 an der Börse Geld verdienen konnte

Guter Auftakt: Bernd Montag, CEO von Siemens Healthineers, läutet die Börsenglocke am Tag des Börsengangs

2018 war ein schwaches Börsenjahr - aber ein starkes Jahr für Börsengänge. Doch nur mit wenigen der 18 Debütanten am deutschen Aktienmarkt konnten Investoren richtig Geld verdienen.

2018, so viel steht wohl jetzt schon fest, war für Anleger in Deutschland kein gutes Aktienjahr. Der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen steht wenige Tage vor Jahresende bereits mit mehr als 15 Prozent im Minus. Nachdem er im Januar noch ein Rekordhoch deutlich oberhalb der 13.500 Punkte erreicht hatte, kam der Index insbesondere in der zweiten Jahreshälfte heftig unter die Räder. Inzwischen notiert das Kursbarometer bei weniger als 10.800 Punkten - Tendenz: wohl vorerst weiter fallend.

Ein Bereich des Aktienmarktes indes boomte in diesem Jahr regelrecht: die Börsengänge. Zahlen zufolge, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zusammengestellt hat, gab es im Laufe des Jahres IPOs im Volumen von zusammen rund 10,4 Milliarden Euro. Damit ist 2018 das erste Jahr mit einem IPO-Volumen im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich seit der Jahrtausendwende, so PwC.

So soll es sein: Die Börse als offener Kanal, durch den sich Unternehmen notwendiges Kapital für Wachstum und Investitionen besorgen können - und das selbst in Zeiten stark schwankender sowie fallender Aktienkurse. Doch der Schein trügt ein wenig. Zwar ergibt die Bilanz des laufenden Jahres ein IPO-Volumen von historischer Dimension. Ausschlaggebend dafür waren jedoch vor allem wenige große Börsengänge.

Die Anzahl der Börsengänge insgesamt dagegen liegt mit 18 im Jahr 2018 laut PwC zwar ebenfalls über den Vorjahren. Der Abstand fällt jedoch nicht so deutlich aus. So gab es 2017 hierzulande 13 Börsengänge mit einem Volumen von zusammen knapp 2,6 Milliarden Euro. 2016 waren es insgesamt 15 Börsengänge, die gemeinsam immerhin gut fünf Milliarden Euro auf die Waage brachten.

"Von der Papierform her blicken wir auf ein Rekordjahr zurück - mit einem, wenn man nur auf die Volumina schaut, übrigens durchaus starken vierten Quartal", lautet dementsprechend das Fazit von Nadja Picard, Leiterin Capital Markets bei PwC in Deutschland. "Zugleich darf der aggregierte Transaktionsumfang nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die knapp zehneinhalb Milliarden zum ganz überwiegenden Teil aus nur drei Börsengängen speisten."

Die Namen der Schwergewichte, auf die die Expertin anspielt, sind weithin bekannt, denn ihre Börsengänge sorgten im Laufe des Jahres für einige Schlagzeilen: Bereits im März platzierte der Großkonzern Siemens seine Medizintechniksparte Healthineers am Aktienmarkt. Mit einem Volumen von 4,2 Milliarden Euro war es der viertgrößte Börsengang in Deutschland seit der Jahrtausendwende.

Wenige Tage später folgte das IPO der Vermögensverwaltung DWS aus dem Hause Deutsche Bank, bei dem mit einem Volumen von 1,4 Milliarden Euro ebenfalls die Milliardengrenze geknackt wurde. Diese Marke wurde im Herbst dieses Jahres schließlich nochmals getoppt: Der Autozulieferer Knorr-Bremse nahm bei seinem Börsendebüt insgesamt 3,9 Milliarden Euro ein.

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