Montag, 23. September 2019

Börsengänge auf Rekordniveau Wie man auch 2018 an der Börse Geld verdienen konnte

Guter Auftakt: Bernd Montag, CEO von Siemens Healthineers, läutet die Börsenglocke am Tag des Börsengangs

2. Teil: Diese Börsendebütanten liefen gut - und diese nicht

Soweit die Fakten. Und nun die gute Nachricht: Einige der Börsenneulinge schlugen sich allen Marktturbulenzen zum Trotz sogar recht gut - und zumindest mit einem konnten Investoren richtig gutes Geld verdienen. Es handelt sich wiederum um Siemens Healthineers Börsen-Chart zeigen. Das Papier verbucht seit der Emission im März bislang insgesamt ein Kursplus von fast 30 Prozent. Gegenüber dem gesamten deutschen Aktienmarkt - gemessen am Dax - beträgt die Outperformance damit gegenwärtig sogar etwa 45 Prozent.

Erst Anfang November beglückte das Unternehmen seine Anleger mit guten Geschäftsergebnissen. Zudem bekräftigte das Healthineers-Management seinen Ausblick in die Zukunft, was in diesen Zeiten durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Auch die Tatsache, dass Siemens Healthineers sowohl im MDax-Index Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen deutschen Unternehmen als auch im auf die Technologiebranche zugeschnittenen TecDax Börsen-Chart zeigen gelistet ist, dürfte der Kursentwicklung gutgetan haben.

Gut gehalten haben sich zudem beispielsweise die Papiere von Knorr-Bremse sowie des IT-Sicherheitsunternehmens Cyan AG. Vor allem Cyan, ein Anbieter von Softwarelösungen für die Handy-Sicherheit, dessen IPO im März mit rund 32 Millionen Euro ein lediglich überschaubares Volumen hatte, fällt ins Auge: Der Aktienkurs legte zunächst kräftig zu, konnte die Kursgewinne allerdings angesichts der Marktschwäche zuletzt nicht halten. Aktuell notieren sowohl Knorr-Bremse als auch Cyan ungefähr auf dem Niveau ihrer Erstnotiz, was gegenüber den Verlusten des Gesamtmarktes durchaus als Erfolg gewertet werden kann.

Und was keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist: Mit der Deutsche-Bank-Tochter DWS ist nur der prominenteste von zahlreichen Börsendebütanten in diesem Jahr genannt, deren Aktien zum Teil gehörig unter die Räder kamen. Weitere Beispiele sind: Der Online-Möbelhändler home24, der Autozulieferer STS Group sowie die Godewind Immobilien AG.

Ein Lotteriespiel ist die Identifikation aussichtsreicher IPO-Kandidaten indes nicht: Wie geht es der jeweiligen Branche? Wie ist die geschäftliche Lage des fraglichen Unternehmens, gemessen beispielsweise an der Entwicklung von Marktanteil, Umsatz und Gewinn? Wie ist nicht zuletzt auch der Börsenkandidat zu seiner Premiere bewertet? All diese Punkte sollten Anleger gründlich prüfen, bevor sie sich für ein Investment entscheiden.

Auch im kommenden Jahr, so sieht es gegenwärtig aus, werden sich wieder einige Gelegenheiten dazu ergeben. In Deutschland stehen beispielsweise die Lkw-Sparte von Volkswagen Börsen-Chart zeigen sowie die Powertrain-Einheit des Autozulieferers Continental Börsen-Chart zeigen in den Startlöchern für vermutlich relativ volumenstarke Börsengänge. Auf dem internationalen Parkett werden zudem prominente IPOs verschiedener Tech- und New-Economy-Konzerne wie Uber, Lyft oder Airbnb erwartet.

Angesichts der schwachen Performance, die viele IT-Aktien in der jüngeren Vergangenheit gezeigt haben, sowie einem schon traditionellen Hang solcher Unternehmen zu großzügiger Bewertung sollten Anleger wohl vor allem bei den zuletzt genannten Kandidaten besonders genau hinschauen, bevor sie zugreifen.

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