Montag, 18. November 2019

Konkurrenz für SAP Atos-Fusion schafft neuen Cloud-Riesen

Atos: Durch die Übernahme von Bull steigt das französische Unternehmen zur weltweiten Nummer zwei im Cloud-Geschäft auf - nach Amazon und vor Microsoft

In Frankreich entsteht ein neuer Konkurrent für Amazon, Microsoft und SAP im rasant wachsenden Geschäft mit Online-Computerdiensten. Atos wird durch die Fusion mit Bull zur weltweiten Nummer zwei.

Paris - Der IT-Dienstleister Atos kauft den heimischen Rivalen Bull für 620 Millionen Euro, wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilten. In sogenannten Cloud Computing steigt die fusionierte Firma damit gemessen am Umsatz nach Atos-Angaben weltweit zur Nummer zwei nach Amazon Börsen-Chart zeigen und vor Microsoft Börsen-Chart zeigen auf.

Hier werden für Firmen und Privatkunden Speicherkapazitäten und Rechnerdienste im Internet zur Verfügung gestellt. In diesem Geschäft wird mit einem durchschnittlichen Wachstum von 25 bis 50 Prozent pro Jahr gerechnet.

Bislang kamen im Cloud Computing, von dem sich auch der Walldorfer Softwarekonzern SAP Börsen-Chart zeigen viel verspricht, Atos und Bull nur auf dem fünften beziehungsweise zehnten Platz in Westeuropa. Zusammen wollen sie einen großen Schritt nach vorne machen. Atos erhofft sich von der Übernahme auch eine stärkere Position im ebenfalls immer wichtiger werdenden Bereich Cyber-Sicherheit. Die Fusion soll Einsparungen von rund 80 Millionen Euro pro Jahr bringen. Das würde fast einem Drittel des Nettogewinns von Atos entsprechen.

Siemens noch an Atos beteiligt

Branchenexperten begrüßten das Vorhaben. Bislang habe Atos bei Zukäufen ein gutes Händchen bewiesen.

Am Markt kamen die Pläne ebenfalls gut an. Atos-Aktien legten fünf Prozent zu. Die Papiere von Bull schossen knapp 22 Prozent auf 4,88 Euro in die Höhe und erreichten damit fast den von Atos gebotenen Preis von 4,90 Euro.

Atos ist unter anderem durch die Übernahme der IT-Sparte SIS von Siemens Börsen-Chart zeigen groß geworden. Der Münchner Dax-Konzern ist noch mit knapp 13 Prozent an der französischen Gesellschaft beteiligt. Das Unternehmen, das von Frankreichs früherem Finanzminister Thierry Breton geleitet wird, bemüht sich derzeit auch um den Kauf des heimischen IT-Serviceanbieters Steria. Dieser hat ein Angebot allerdings zurückgewiesen und will sich lieber mit dem Rivalen Sopra zusammenschließen.

von Andrew Callus und Gwénaëlle Barzic, Reuters

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