Milliardendeal AT&T will Telefonkonkurrenten Leap kaufen

Amerikas Telekommarkt ist in Aufruhr. Erst gelang der Deutschen Telekom die Fusion ihrer US-Mobilfunktochter mit einer US-Firma, dann kaufte Japans Investmentfirma Softbank die Nummer drei im US-Telco-Markt. Jetzt reagiert AT&T - und macht selbst ein Milliardenangebot.
US-Telefonfirma AT&T: Übernahme des Konkurrenten Leap angepeilt

US-Telefonfirma AT&T: Übernahme des Konkurrenten Leap angepeilt

Foto: PAUL SANCYA/ AP

New York - Das Rennen um Amerikas Telefonkunden nimmt Fahrt auf. Erst am Donnerstag dieser Woche hat Japans Investmentgesellschaft Softbank den Abschluss der Sprint Nextel-Übernahme bekannt gegeben; Insgesamt 21,6 Milliarden Dollar hat der japanische Telekommunikations- und Medienkonzern für den drittgrößten US-amerikanischen Mobilfunknetzbetreiber bezahlt. Jetzt hält AT&T dagegen - und will selbst ein Milliardengeschäft einfädeln, das aber deutlich unter dem Riesenkauf der Softbank zurückbleibt.

AT&T will für 1,2 Milliarden Dollar das Mobilfunk-Unternehmen Leap Wireless International übernehmen. Das am Freitag nach Börsenschluss angekündigte Angebot von 15 Dollar je Leap-Aktie entspricht einem Aufschlag von 88 Prozent auf den Schlusskurs. Leap hat etwa fünf Millionen Kunden, AT&T mehr als 100 Millionen.

Der Branchenzweite AT&T sucht nach Möglichkeiten, im gesättigten nordamerikanischen Markt seine Stellung im Mobilfunk zu verbessern. Die Übernahme muss zwar noch genehmigt werden. Experten gingen jedoch davon aus, dass eine Zulassung erteilt werden wird, da Leap zu den kleineren Anbietern gehört.

Ein Kartellrechtsexperte, der namentlich nicht genannt werden wollte, wies darauf hin, dass Leap den Ruf eines Querulanten habe, der unter seiner Marke Cricket die Preise drücke. "Aus Sicht des Verbrauchers ist das wohl eher schade", sagte er zu der Übernahme. Wenn AT&T erstmal bei Leap das Sagen habe, werde dieser Kontrollmechanismus im Markt entfallen.

Das Geschäft reiht sich ein in eine Serie von Übernahmen und Zusammenschlüssen auf im amerikanischen Telekom-Sektor. Vor dem Softbank-Sprint-Deal fusionierte im April die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom , T-Mobile USA, und MetroPCS. "Im Mobilfunksektor hat die nächste Welle der Konsolidierungen begonnen", sagte Analyst Jeff Kagan. Es seien weitere Zusammenschlüsse zu erwarten.

kst/rtr
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