Donnerstag, 5. Dezember 2019

Eigene Original-Produktionen Apple startet Milliardenoffensive in Hollywood

Apple will mit Netflix, Amazon & Co. mitspielen: Rund eine Milliarde ist ihnen der Eintritt in das Geschäft der Original-Produktionen wert.

Der Technologiekonzern zieht seinen Kurs durch: Erst letzte Woche sicherte sich Apple die Rechte für die Serie "Carpool Karaoke". Nun will er mit den Großen von Amazon und Netflix im Streaming-Bereich konkurrieren - was erwartet Apple im Showbusiness?

Der US-Technologiekonzern Apple Börsen-Chart zeigen will im Bereich Video-Streaming angreifen und künftig selbst Serien produzieren. Dazu sei ein Budget von rund einer Milliarde US-Dollar (850 Millionen Euro) vorgesehen, wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen berichtete. Apple könnte demnach bis zu zehn Serien im Jahr produzieren. Erst kürzlich hatte der Technologie-Riese zwei Hollywood-erfahrene Manager von Sony zu sich gelockt.

Der Schritt würde für weitere Konkurrenz im boomenden Video-Streaming-Markt sorgen, der zurzeit vor allem von den Plattformen Netflix Börsen-Chart zeigen und Amazon Börsen-Chart zeigen bestimmt wird. Apples Budget entspricht rund der Hälfte von dem, was Time Warners HBO im letzten Jahr ausgegeben hatte. Und dem in etwa gleichen Budget von Amazon im Jahr 2013 - ein Jahr, nachdem der Internetriese in das Streaming-Geschäft eingestiegen war.

Der Schritt ist die Folge von dem globalen Streaming-Hype, den Netflix & Co. einläuteten und Apples "Leihkonzept" via iTunes im Schatten zurückließen. Zwar schaffte iTunes im letzten Jahr einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs sank jedoch im Jahr 2012 von 50 auf 35 Prozent.

Die sogenannten "Original-Produktion" könnten durch hochqualitative Konzepte einen neuen Schub für iTunes generieren. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Serien wie "Game of Thrones" oder "House of Cards" erlangten weltweite Berühmtheit, sind in aller Munde und stehen auch für den Namen des Senders oder Online-Dienstes, der das Konzept ursprünglich ins Leben gerufen hat. Apple hat ein deutlich geringeres Budget als etwa Netflix, die dieses Jahr ganze 6 Milliarden Dollar in die Hand nehmen. In Hollywood duellieren sich die Anbieter auf diesem Geschäftsfeld stark - allein im letzten Jahr kamen mehr als 500 neue Produktionen auf den Markt - fast doppelt so viele wie im Jahr 2011. Vor gut einer Woche hatte auch Disney angekündigt, einen eigenen Streaming-Dienst auf den Markt zu bringen und kündigte seine Partnerschaft mit Netflix auf.

Um sich im Showbusiness zu behaupten, bräuchte Apple mindestens einen Serien-Hit, wie die mit den Plänen vertrauten Personen dem Wall Street Journal mitteilten. Mit 215,64 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr und mehr als 261 Milliarden Dollar auf seiner Bilanz, könnte Apple schnell die Ausgaben für Inhalte steigern.

mt/dpa

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