Freitag, 19. April 2019

Umsatz und Gewinn fallen deutlich Apples schwieriger Abschied von der iPhone-Show

Kleiner Mann, großes neues iPhone 7: Apple-Chef Tim Cook setzt viel Hoffnung auf das neue Smartphone. Jüngste Zahlen unterstreichen aber die fallende Nachfrage und die Notwendigkeit, dass Apple sein Angebot noch stärker diversifiziert

Der Glanz des iPhones ist verflogen. Apple muss erstmals seit 15 Jahren für ein Geschäftsjahr fallende Umsätze und noch stärker sinkende Gewinne ausweisen. Konzernchef Cook setzt trotzdem viel Hoffnung auf das noch junge iPhone 7. Dabei gibt es größere Hoffnungsträger, sagen Analysten.

Die Entwicklung zeichnete sich seit zwei Quartalen ab, und die jüngsten iPhone-Modelle haben es nicht verhindern können: Erstmals seit 15 Jahren, als Apples Weg im Oktober 2001 mit dem Launch des digitalen Abspielgeräts iPod zu einem der größten Technologie-Konzerne begann, muss Apple ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang beenden.

Der iPod ist weitgehend Geschichte, spielt für Apple zumindest mit Blick auf Umsatz und Gewinn nur noch eine marginale Rolle. Rund zwei Drittel seiner Umsätze erwirtschaftet Apple mit Smartphones. Und genau das ist das Problem.

Eben weil Konkurrenz-Produkte aus Asien dem iPhone qualitativ längst das Wasser reichen, Apples einst strahlende Innovationskraft nachlässt und die Wettbewerber günstiger produzieren und anbieten, fällt der iPhone-Konzern bei Verkäufen, Umsatz und Gewinn zurück. Vor allem wegen der wachsenden Konkurrenz aus Asien verkaufte Apple im Schlussquartal nur noch 45,51 Millionen iPhones und damit rund 2,5 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Wenig überraschend fielen die Umsätze somit um 9 Prozent auf 46,85 Milliarden Dollar - der dritte Rückgang in Folge.

Im einstigen Hoffnungsmarkt China brachen die Erlöse sogar um fast 30 Prozent ein, nachdem sie sich dort im Vorjahreszeitraum noch verdoppelt hatte.

Hier spürt Apple zusehends auch den Druck lokaler Konkurrenten wie Oppo und Vivo, die ihre Smartphone-Verkäufe zuletzt verdoppeln konnten. Der Nettogewinn des Unternehmens stürzte auf 9,01 Milliarden Dollar von 11,12 Milliarden Dollar im Vorjahr ab. Apples neuestes Produkt, das iPhone 7, kam erst zwei Wochen vor Ende des Quartals auf den Markt.

Genau darauf setzt Konzernchef Tim Cook nun alle Hoffnung und kündigte am späten Abend (Ortszeit) in einer Telefonkonferenz für das laufende Jahresviertel, das das wichtige Weihnachtsgeschäft einschließt, einen etwas höheren Umsatz an als im Vorjahreszeitraum an:

Zwischen 76 und 78 Milliarden Dollar könnten es werden. Im Vorjahresquartal schlugen 75,9 Milliarden Dollar zu Buche. Allerdings gilt zu berücksichtigen, das laufende Quartal ist eine Woche länger als das vorangegangene und schon von daher sollte mehr Umsatz in den Kassen von Apple landen.

Doch auf derlei einfache Rechnungen wollte sich Cook in der Telefonkonferenz nicht einlassen und verbreitete statt dessen Optimismus für das am Markt noch vergleichsweise junge iPhone 7. Die Nachfrage übertreffe derzeit das Angebot. Und er hoffe, dass dies auch nach dem wichtigen Weihnachtsgeschäft so bleibe.

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