Montag, 18. November 2019

Mobiles Bezahlen Apple Pay spaltet die Bankenschrecks

Apple Pay als neuer Standard: Konzernchef Tim Cook bei der Präsentation des Angebots

Der bevorstehende Start des mobilen Bezahlsystems von Apple wirbelt die junge Branche auf. Das Startup Square von Twitter-Gründer Jack Dorsey begrüßt den neuen Marktteilnehmer euphorisch. Der etablierte Anbieter Paypal macht Stimmung dagegen.

Hamburg - Jack Dorsey müsste Apple Pay fürchten. Dem Gründer von Twitter, jetzt mit dem Bezahldienst Square aktiv, droht die Geschäftsgrundlage der milliardenschwer bewerteten neuen Firma wegzubrechen. Denn wenn Apple seine Smartphones ab Oktober zum mobilen Bezahlen per Funkchip ausrüstet, werden Squares Kreditkartenlesegeräte für Smartphones und Tablets überflüssig - Technik von gestern statt der heißeste Angriff auf das Brot-und-Butter-Geschäft der Banken.

Doch Dorsey sieht das ganz anders. "Aufkeimende neue Bezahlformen wie Apple Pay" seien die große Chance für Square, sich neu zu erfinden, sagte er dem kanadischen Fernsehen. Die Firma baue ein Registrierterminal für Verkäufer, das Zahlungen in jeder beliebigen Form annehmen könne - ob Kreditkarten, Bargeld, Schecks oder eben Apple Pay und sogar virtuelle Währungen wie Bitcoin, berichtet "Wired".

Wenn Apple Börsen-Chart zeigen dem mobilen Bezahlen zum Durchbruch verhilft, wie nun allseits erwartet, kann das dem Geschäft nur nützen. Zumal der bevorstehende flächendeckende Austausch von Kreditkartenlesegeräten diese Erwartung begründet. Square will dann der Anbieter der Wahl für die Zahlungsinfrastruktur der Zukunft sein. Ohnehin gilt Dorsey als Apple-Fan, schon im Frühjahr wurde über einen Verkauf von Square spekuliert.

Ganz anders positioniert sich Paypal. Die zu Ebay Börsen-Chart zeigen gehörende Firma, die mit ihrem einfachen Online-Bezahlsystem tatsächlich eine Revolution im Geldverkehr ausgelöst und sich mit Milliardenumsätzen etabliert hat, scheint den neuen Wettbewerber durchaus zu fürchten. Paypal macht in ganzseitigen Zeitungsanzeigen etwa in der "New York Times" Apple Pay madig, ohne Apple direkt zu nennen.

Die Anzeigen, die für Paypals mobile App werben, spielen auf den jüngsten Skandal um die mutmaßlich aus Apples Dienst iCloud an die Öffentlichkeit gelangten Privatfotos von Prominenten an. "Wir wollen, dass unser Geld sicherer ist als unsere Selfies", heißt der Text. Apple kann nicht mit Ihrem Geld umgehen, soll das wohl heißen.

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