Samstag, 20. Juli 2019

Apple klagt gegen Milliarden-Nachzahlung Steuertrickser Apple diffamiert die EU

Apple-Chef Tim Cook (rechts, neben Peter Thiel und Donald Trump): Geld in Irland "lediglich bis zur Versteuerung in den USA aufbewahrt"

Apple greift die milliardenschwere Steuernachzahlung in Irland in seiner Klage beim EU-Gericht auf breiter Front an. In den erstmals veröffentlichten Informationen zur Klageschrift listet der iPhone-Konzern 14 Gründe für den Gang vor Gericht auf. So habe die EU-Kommission unter anderem das irische Recht "nicht richtig ausgelegt", schwerwiegende Fehler bei der Bewertung der Tätigkeit von Apple gemacht und habe "keine sorgfältige und unparteiische Untersuchung durchgeführt".

Steuertricks von Apple und Co: Rettet den Kapitalismus vor diesen Konzernen!

Apple will erreichen, dass die Entscheidung der Kommission, wonach der Konzern in Irland 13 Milliarden Euro an Steuern plus eventuelle Zinsen nachzahlen muss, annulliert wird.

Die Brüsseler Wettbewerbsaufsicht hatte nach jahrelanger Prüfung Ende August befunden, dass die Steuervereinbarungen von Apple in Irland eine unerlaubte staatliche Beihilfe darstellen. Apple habe deutlich weniger als den für alle geltenden Satz von 12,5 Prozent gezahlt. Grund dafür war demnach unter anderem, dass das Land den Konzern als Arbeitgeber gewinnen wollte. Apple Börsen-Chart zeigen wickelt in Irland über Tochterfirmen große Teile seines internationalen Geschäfts ab.

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Der Konzern entgegnet, dass das Geld eigentlich in den USA zu versteuern sei und in Irland nur "bis dahin aufbewahrt" werde. Apple ist nicht der einzige Konzern, der mit Hilfe seiner Steuertricks kaum Steuern in der EU bezahlt - trotz Milliardenumsätzen in Europa.

la/dpa-afx

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