Sonntag, 21. April 2019

Forschung an Diabetes-Sensoren Apple will Blutzuckermessung revolutionieren

Und immer wieder pieksen: Herkömmliche Blutzuckermessung kommt bislang nicht ohne eine Verletzung der Haut aus. Der Technologiekonzern Apple erforscht nun neue Wege erforschen, die ohne die lästige Prozedur auskommen sollen

Apple arbeitet nach einem Bericht des Senders CNBC an der Entwicklung von Sensoren zur Behandlung von Diabetes. Dazu habe der Konzern ein Team biomedizinischer Techniker zusammengestellt, die in der Nähe der Unternehmenszentrale in Palo Alto arbeiten sollten, berichtete CNBC am Mittwoch unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Apple lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Laut CNBC sei das Team Teil einer streng geheimen Aktionsgruppe, die bereits vom inzwischen verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs geplant worden sei. Die rund 30 Wissenschaftler arbeiten laut "CNBC" daran optische Sensoren zu entwickeln, die kontinuierlich den Blutzuckerspiegel überwachen sollen, um Diabetes besser behandeln zu können.

Technik für permanente Blutzuckermessung gibt es bereits, aber ...

Das an sich ist nicht neu: Blutzuckermessgeräte, die permanent den Zuckerspiegel messen und womöglich noch mit einer Insulinpumpe gekoppelt sind, gibt es schon länger auf dem Markt. Aber ihre feinsten Sensoren müssen mit einem sehr kleinen Schlauch unter die Haut eingeführt werden, wo sie in der Haut den Zucker messen.

Apple hingegen soll dem Bericht zufolge an einer Lösung forschen, die das Verletzen der Haut überflüssig macht. Käme der kapitalkräftige Technologiekonzern mit seinen Forschungen zum Ziel, wäre dies sicher ein großer Vorteil für Millionen von Diabetes-Patienten. Allerdings haben Messungen, die nicht unmittelbar den Zuckergehalt des Blutes messen, den Nachteil einer zeitlichen und tatsächlichen Abweichung.

Apple indes ist auf diesem Feld auch nicht mehr allein unterwegs. Derzeit verschwimmt die Grenze zwischen Arzneimitteln und Technologie. Einige Unternehmen sind bereits im Bereich der Bioelektronik aktiv.

Im vergangenen Jahr gaben etwa GlaxoSmithKline sowie der Google-Mutterkonzern Alphabet die Gründung eines Joint Venture bekannt. Dieses soll bioelektronische Miniaturprodukte vermarkten, die Patienten eingesetzt werden, um elektrische Nervensignale modifizieren zu können. So sollen chronische Erkrankungen wie Diabetes, Arthritis und Asthma behandelt werden.

rei mit Reuters

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