Donnerstag, 18. Juli 2019

Star-Investor greift zu - ist Apple das neue Coca-Cola? Warum Apple jetzt langweilig genug für Buffett ist

Warren Buffett: Sein Interesse an Apple und Yahoo sagt viel über den Wandel bei Apple und Yahoo aus. Für viele ist Apple inzwischen ein "Konsumgüterkonzern getarnt als IT-Konzern"

Seine Weigerung, in Techfirmen zu investieren, war legendär. Doch nun nimmt US-Starinvestor Warren Buffett Apple und Yahoo in den Blick. Ist Apple das neue Coca-Cola? Vielleicht hat nicht Buffett sich gewandelt, sondern der iPhone-Hersteller.

Apple erweitert seinen Freundeskreis - und der ist etwas älter: Für rund eine Milliarde Dollar ist Star-Investor Warren Buffett bei dem iPhone-Hersteller eingestiegen. Zudem interessiert sich der 85-Jährige Investor für das zum Verkauf stehende Internet- und Mailgeschäft von Yahoo .

Der Einstieg bei Apple Börsen-Chart zeigen muss für Buffett, der sich nach eigenen Aussagen eher für langweilige Unternehmen mit einem soliden Geschäftsmodell interessiert als für innovationsstarke Himmelsstürmer, keine Kehrtwende sein. Sein milliardenschweres Investment ist eher ein Hinweis darauf, dass bei Apple eine neue Zeit angebrochen ist.

Wenig spricht dafür, dass Value-Investor Buffett plötzlich wagemutiger geworden ist. Mehr spricht dafür, dass statt dessen Apple langweilig genug geworden ist, um in Buffetts Beuteschema zu passen.

In Buffetts Investment-Schema passen Firmen wie Coca-Cola Börsen-Chart zeigen, Wal-Mart Börsen-Chart zeigen, IBM oder der Lebensmittelriese Kraft Heinz Börsen-Chart zeigen. Sie machen einen Großteil des Portfolios von Buffetts Investment-Holding Berkshire Hathaway aus. Es sind Unternehmen, die nicht gerade sexy sind, die aber mit einem über Jahrzehnte erfolgreichen Geschäftsmodell solide Gewinne erwirtschaften. Für Buffett zählen Kundenzahlen und der freie Cash Flow einer Firma mehr als das Potenzial, möglicherweise bald eine Branche auf den Kopf zu stellen. Ist Apple also das neue Coca Cola?

Ein Konsumgüterkonzern, getarnt als Technologiekonzern

Der Einstieg bei Apple bedeute "keinen Sinneswandel bei Buffett", sagt Hedgefonds-Manager Jeff Matthews von Ram Partners. Er ergebe vielmehr Sinn: Apple sei ein "Konsumgüterkonzern getarnt als Technologiekonzern". Der Konzern verfüge über ein "großartiges Geschäftsmodel, hohen Kapitalfluss und sei preiswert", urteilt der Matthews. Das seien genau die Eigenschaften, auf die Buffett und seine Gesellschaft Berkshire Hathaway Wert legen.

Auch Yahoo Börsen-Chart zeigen passe in das Beuteschema von Buffett, sagt Analyst Rick Edmonds vom Medieninstitut Poynter. In Ungnade gefallene und unterbewerte Firmen mit einem hohen Kundenstamm zögen das Interesse des Investors auf sich.

"Das Paradoxe ist ja, dass Yahoo riesig ist und riesig bleibt. Und es gibt eine Menge Kunden. Die laufen ja nicht weg. Es findet nur keiner Wege, Wachstum zu generieren."

Buffett bleibt damit seiner Investmentstrategie treu. Er sei bei vielen seiner Investments eher ein Nachfolger als ein Schrittmacher, sagt Berkshire-Investor Hendrik Leber in einer kritischen Würdigung Buffetts. Damit habe der legendäre Investor über viele Jahre großen Erfolg gehabt - doch entgingen Buffett bei dieser Investment-Strategie auch Chancen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung