Sonntag, 21. April 2019

Apple gegen Google Apple lässt App-Entwicklern mehr Geld - Google zieht nach

Spielen, Laufen, Flirten: Die erfolgreichsten App-Betreiber Deutschlands
DPA

Apple muss unabhängiger von sinkenden iPhone- und Hardware-Erlösen werden. Deshalb macht der Konzern seinen App-Store für Entwickler attraktiver und gesteht ihnen mehr Abo-Einnahmen zu. Doch Erzfeind Google kontert bereits.

Apple will attraktiver für App-Entwickler und Inhalte-Anbieter werden und überlässt ihnen einen höheren Anteil an den Abo-Einnahmen. Aktuell behält Apple grundsätzlich 30 Prozent ein. Künftig sollen es nach dem ersten Jahr nur noch 15 Prozent sein, sagte Marketing-Chef Phil Schiller dem Technologieblog "The Verge".

Beim Verkauf von Apps bleibe die Verteilung wie bisher, hieß es am Mittwoch. Die Änderung könnte mehr Anbieter dazu bewegen, vom einmaligen Verkauf auf ein Abo-Modell umzusteigen.

Angesichts sinkender iPhone-Verkäufe muss Apple seine Anstrengungen in anderen Geschäftsbereichen verstärken, so zum Beispiel die unter iTunes gebündelte Servicesparte. Sie fasst die die Erlöse aus der Entertainment-Plattform iTunes, dem App-Store und dem Streaming-Dienst Apple Music zusammen. Analysten schätzten Ende April allein den Wert der Servicesparte auf Mindestens 140 Milliarden Dollar, wenn sie denn allein als eigenständiges Unternehmen an der Börse gehandelt würde.

Google will laut einem Medienbericht nachziehen. Der Internet-Konzern wolle bei Abo-Einnahmen ebenfalls 85 statt 70 Prozent den Entwicklern überlassen - und zwar nicht erst nach Ablauf des ersten Jahres, sondern von Anfang an, schrieb das Technologieblog "Recode" in der Nacht zum Donnerstag.

Künftig bezahlte Werbung bei Suche im App-Store

Apples App Store gilt als lukrativer für Software-Entwickler und Inhalte-Anbieter als Googles Android, weil iPhone-Nutzer eher dazu bereit seien, Geld auszugeben. Zugleich aber hat Android einen Marktanteil von über 80 Prozent am Smartphone-Markt und die iPhones rund 15 Prozent. Das macht Android als Plattform wiederum ebenfalls attraktiv.

Bei einer Suche in Apples App Store soll künftig auch bezahlte Werbung für Anwendungen in der Ergebnis-Liste auftauchen, sagte Schiller weiter. Der Konzern habe das Verfahren bei der Zulassung neuer Apps beschleunigt. Die Hälfte werde innerhalb von 24 Stunden geprüft und 90 Prozent nach 48 Stunden. Früher dauerte es auch mal eine Woche, bis eine bei Apple eingereichte Anwendung es in den App Store schaffte.

Lesen Sie auch: Diese Firmen haben das Geheimnis der App-Economy geknackt

rei mit dpa-afx

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung