Antrag bei US-Behörde Amazon will mit Drohnenlieferungen loslegen

Amazon-Consumer Chef Jeff Wilke mit Prime-Air-Frachtdrohne

Amazon-Consumer Chef Jeff Wilke mit Prime-Air-Frachtdrohne

Foto: AFP

Der Onlinehändler Amazon will mit der Paketauslieferung mittels Drohnen ernst machen und hat bei der US-Luftaufsichtsbehörde FAA grünes Licht für die USA-weite Drohnenauslieferung beantragt . Der Antrag sieht laut dem Branchendienst "Retaildive"  vor, dass unbemannte Drohnen von Amazons Dienst Prime Air Päckchen von bis zu zweieinhalb Kilo Gewicht transportieren dürfen. Damit will Amazon die Lieferzeit auf weniger als eine halbe Stunde senken.

Zunächst soll mit der Auslieferung in dünn besiedelten Gebieten begonnen werden. In den kommenden Monaten ist aber eine massive Ausweitung geplant, wie Amazon-Manager Jeff Wilke vor einigen Wochen auf Amazons Hausmesse re:MARS ankündigte.

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Die autonom und außer Sichtweite fliegenden Drohnen sollen dem Antrag zufolge einen von den Kunden markierten Auslieferort anfliegen und mit Hilfe von Sensoren sicherstellen, dass dieser auch tatsächlich ansteuerbar und frei ist, zitiert "Retaildive"  aus dem Behördenantrag. Sei diese Bedingung erfüllt, solle die Drohne auf "sichere Auslieferungshöhe" absinken, dort in Schwebeposition verharren und - sofern keine weiteren Hindernisse oder Gefahren wahrgenommen werden - das Paket abladen.

Wettbewerber und Öffentlichkeit haben nun bis 28. August Zeit, auf den Vorstoß des Onlinehändlers zu reagieren. Eine Frist, bis wann die Luftfahrtbehörde FAA über den Antrag entscheiden muss, gibt es den Angaben zufolge nicht. Amazon selbst wollte sich zu dem Vorstoß zunächst nicht äußern.

DHL experimentiert in China

Amazon ist nicht das einzige Unternehmen, das an der Paketzustellung per Drohne arbeitet. So hat der US-Zusteller UPS eine entsprechende Genehmigung bereits im April beantragt . Und die Google-Tochter Wing, die in Australien bereits Erfahrungen mit Drohnenauslieferungen sammelte, hat sie für Lieferungen in Virginia im April bereits erhalten. Und hatte angekündigt, dort noch im Jahresverlauf einen Auslieferungs-Testbetrieb starten zu wollen. 

Auch die Posttochter DHL unterhält bereits eigene Drohnenprojekte  und liefert Berichten zufolge in der chinesischen Metropole Guangzhou bis zu fünf Kilo schwere Expresssendungen an einen Geschäftskunden über eine acht Kilometer Entfernung per Frachtdrohne aus. Auch in Deutschland hatte es einzelne Tests, beispielsweise auf die Nordseeinsel Juist, nach Reit im Winkl oder zwischen Bonn und Köln gegeben. Uber, FedEx, Intel, Qualcomm und Startups wie Airmap oder Flitery experimentieren ebenfalls mit der Technologie

Während sich UPS mit seinen Drohnenauslieferungsprojekten  bislang vor allem auf den Gesundheitssektor und hier vor allem auf den Versand von Organen und Blut in schwer erreichbare Orte konzentriert, dürfte Amazon als Onlinehändler, der an dem Aufbau eigener Logistikdienste arbeitet, die Sache breiter angehen. Laut dem Konzern fallen zwischen 75 und 90 Prozent aller Pakete  in die Gewichtsklasse, mit deren Auslieferung per Drohne Amazon nun beginnen will.