Samstag, 20. Juli 2019

US-Mitarbeiter erhalten mehr Geld 15 Dollar pro Stunde - Amazon zahlt weit über Mindestlohn

Amazon erhöht die Stundenlöhne: Der staatliche Mindestlohn beträgt in den USA 7,25 Dollar. Amazon zahlt seinen Mitarbeitern jetzt mehr als doppelt so viel. Auch der deutsche Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde bleibt dahinter zurück

Während Verdi hierzulande mit dem Onlinehändler Amazon Börsen-Chart zeigen erbittert um einen Tarifvertrag kämpft und gerade zum Streik aufgerufen hat, setzt Amazon in den USA den Mindestlohn seiner Mitarbeiter nach oben. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass die Beschäftigten künftig 15 Dollar pro Stunde erhalten sollen. Davon sollten nicht nur die 250.000 fest angestellten Beschäftigten profitieren, sondern auch die rund 100.000 Zeitarbeiter, die für das Weihnachtsgeschäft dazukämen.

Zugleich wolle sich die Firma auch dafür einsetzen, dass der staatlich vorgeschriebene Mindestlohn von aktuell 7,25 Dollar pro Stunde angehoben werde, hieß es.

"Wir haben unseren Kritikern zugehört, nachgedacht, was wir machen wollen, und beschlossen, dass wir die Bewegung anführen wollen", erklärte Gründer und Chef Jeff Bezos. In den USA schreiben mehrere Dutzend Bundesstaaten allerdings bereits Mindestlöhne über dem national festgelegten Wert vor.

Amazon war in der Vergangenheit immer wieder wegen der Arbeitsbedingungen kritisiert worden. Das Unternehmen machte allerdings keine Angaben zur bisherigen Höhe des firmeninternen Mindestlohns. Die "New York Times" berichtet, dass die Übernahme des Lebensmittelhändlers Whole Foods mehr Amazon-Mitarbeiter dazu verlasst habe, sich in der Gewerkschaft zu organisieren. Der durchschnittliche Stundenlohn im US-Einzelhandel liegt bei 13,20 Dollar. Der Supermarktriese Walmart hat in diesem Jahr ebenfalls die Stundenlöhne angehoben - liegt jedoch mit den nunmehr elf Dollar (zuvor neun Dollar) unter dem offiziellen Durchschnitt.

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In Deutschland streitet Amazon derweil seit Jahren mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über einen Tarif für die Mitarbeiter der Logistikzentren. Dabei geht es darum, dass Verdi erreichen möchte, dass die Mitarbeiter nach dem Tarif für Einzel- und Versandhandel bezahlt werden, Amazon orientiert sich jedoch am niedrigeren Tarif der Logistikbranche ohne allerdings einen Tarif abgeschlossen zu haben. Am Montag dieser Woche hatte Verdi deshalb zum erneuten Streik an den Standorten in Bad Hersfeld, Koblenz, Leipzig, Rheinberg und Werne aufgerufen.

dpa/akn

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