Freitag, 22. November 2019

Friseure als neue Kunden Amazon drängt in Henkels Hoffnungsgeschäft

Styling: Amazon will verkauft in den USA künftig Friseur- und Kosmetikbedarf
picture alliance/dpa
Styling: Amazon will verkauft in den USA künftig Friseur- und Kosmetikbedarf

Amazon macht sich auf, eine neue Bastion zu erobern - und sendet damit mal wieder Schockwellen in die Wirtschaft. Künftig sollen auch Friseure, Stylisten und Kosmetiker bei Amazon fündig werden und auf dessen Geschäftsplattform Amazon Business sämtliche Produkte des professionellen Bedarfs ordern können.

Zwar beschränkt sich Amazons neuer Handelsvorstoß bislang auf das US-amerikanische Profisegment. Doch alleine das reichte nach Einschätzung von Analysten aus, um Kosmetikmarken nach unten rauschen zu lassen. Die Aktien von Sally Beauty, dem nach eigenen Angaben größten Händler professioneller Haar- und Nagelprodukte, verloren am Montag mehr als 16 Prozent an Wert. Die Aktien des US-Kosmetikriesen Ulta gaben rund 3 Prozent nach, die der Kosmetikmarke Revlon um mehr als 4 Prozent.

Man freue sich, den Kosmetikschaffenden durch die bequeme Einkaufserfahrung bei Amazon Business noch mehr Auswahl bieten zu können, schrieb der Onlinehändler am Montag in einem Blogpost und hob die "großartigen Preise und bequemen Lieferoptionen" hervor, die den Unternehmen mehr Zeit ließen, sich um ihre Kunden zu kümmern.

Anders als in den USA blieben die Auswirkungen an den Märkten in Deutschland und Europa gering. Richtet sich Amazon mit seinem Angebot zunächst doch nur an amerikanische Unternehmen und fokussiert sich hierzulande bislang auf Partnerschaften mit margenstarken Prestigekosmetikmarken.

Doch auch europäische Unternehmer der Schönheitsbranche sollten sich für zunehmende Konkurrenz rüsten, folgt Amazon doch wieder einmal der Strategie, neue Märkte zunächst in beschränktem Ausmaß auszutesten, bevor ein Angebot ausgebaut oder internationalisiert wird. Dies war auch bei dem Start von Amazon Business der Fall, mit dem der Onlinehändler zunächst in den USA Erfahrungen sammelte, bevor er das Angebot später auch in Deutschland ausrollte.

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