Sonntag, 5. April 2020

Friseure als neue Kunden Amazon drängt in Henkels Hoffnungsgeschäft

Styling: Amazon will verkauft in den USA künftig Friseur- und Kosmetikbedarf
picture alliance/dpa
Styling: Amazon will verkauft in den USA künftig Friseur- und Kosmetikbedarf

2. Teil: Bedrohung für Henkels Hoffnungssektor?

Unter anderem Henkel Börsen-Chart zeigen dürfte sich in den nächsten Wochen und Monaten intensiv mit dem Vorstoß Amazons als neuem potenziell mächtigem Akteur im Markt beschäftigen, setzt der Konzern dochgroße Hoffnungen in das bislang äußerst profitable Profigeschäft - und ist dank Zukäufen in den vergangenen Jahren auch auf dem US-Markt sehr präsent. Zwar stellt Amazon als Vertriebsplattform keine direkte Konkurrenz zum Hersteller Henkel dar. Der US-Konzern könnte mit seiner gewaltigen Marktmacht allerdings das Geschäft in Bewegung und möglicherweise Preise ins Rutschen bringen.

Der Umsatz von Henkels Profisparte mit rund 4000 Mitarbeitern hatte sich den Angaben zufolge - auch dank dieser Zukäufe - zuletzt auf eine Milliarde Euro verdoppelt, was Schwarzkopf Professional zur Nummer drei im Friseurmarkt hinter dem französischen L'Oréal und Coty-Welle, an dem die deutsche Milliardärsfamilie Reimann eine beträchtliche Beteiligungen hält, machte.

Dabei sind Friseure oft nicht nur verarbeitender Absatzmarkt, sondern vertreiben auch selbst die oft hochpreisigen Spezialprodukte, was Schätzungen zufolge in der Regel zwischen 5 bis 20 Prozent zum Umsatz beiträgt. Allerdings sind mit dem Profi-Geschäft auch schon große Konsumgüterkonzerne auf die Nase gefallen, auch weil sie den Aufwand dafür unterschätzten - liegt der Beratungs- und Betreuungsbedarf bei professionellen Kunden doch traditionell höher als im Massenmarkt.

Zuletzt hatte Henkel versucht, Friseure und deren Kunden mittels immer weiter individualisierter Produkte und spezieller Features wie digitaler Haaranalysen noch besser an sich zu binden. Mit dem Eintritt Amazons in den B2B-Sektor dürfte jetzt eine weitere Baustelle dazukommen.

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