Dienstag, 25. Februar 2020

Aktie fällt nachbörslich Google-Mutter Alphabet enttäuscht mit Umsatz

Sundar Pichai hat seine erste Bilanz als Alphabet-Chef vorgelegt
REUTERS/Brandon Wade/File Photo
Sundar Pichai hat seine erste Bilanz als Alphabet-Chef vorgelegt

Der Google-Mutterkonzern Alphabet Börsen-Chart zeigen hat zum Jahresende weniger Umsatz gemacht als erwartet. Angetrieben vom Werbegeschäft legten die Erlöse im vierten Quartal im Jahresvergleich zwar um gut 17 Prozent auf 46,1 Milliarden Dollar (41,7 Milliarden Euro) zu, wie der US-Internet-Gigant am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Es handelt sich um das schwächste Wachstum seit fünf Jahren - Analysten hatten mit wesentlich mehr Umsatz gerechnet.

Anleger reagierten enttäuscht und ließen die zuletzt stark gestiegene Alphabet-Aktie nachbörslich zunächst um rund vier Prozent fallen. Der Gewinn stieg indes stärker als erwartet von 8,9 Milliarden auf 10,7 Milliarden Dollar.

Erstmals legte Alphabet auch die Werbeerlöse der Videoplattform YouTube offen - im Schlussquartal 2019 lagen sie bei 4,7 Milliarden Dollar und im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr bei 15,1 Milliarden Dollar. Das Cloud-Geschäft steuerte 2019 rund 8,9 Milliarden Dollar zum gesamten Konzernumsatz bei.

"Ich bin sehr zufrieden mit unseren anhaltenden Fortschritten im Suchmaschinengeschäft und beim Aufbau zweier unserer neueren Wachstumsbereiche", verkündete Vorstandschef Sundar Pichai mit Blick auf Youtube und die Cloud-Services mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet.

Investoren wünschten schon länger mehr Einblick bei YouTube

Investoren hatten sich schon lange mehr Einblick bei Youtube und ins Cloud-Geschäft gewünscht. Pichai, der nach Erfolgen als Chef der Tochter Google im Dezember auch die Führung des Dachkonzerns Alphabet von Mitgründer Larry Page übernommen hatte, setzte bei seiner ersten Bilanzvorlage also gleich neue Maßstäbe in Sachen Transparenz an. Das dürfte vor allem Analysten erfreuen.

Zum Vergleich: Rivale Amazon verbuchte mit seiner Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Unternehmen verkauft und Marktführer in diesem Bereich ist, im Schlussquartal ein Umsatzwachstum um 40 Prozent auf 10 Milliarden Dollar.

Während Googles Haupteinnahmequelle, die Werbeerlöse, im Schlussquartal nur noch um 16,7 Prozent zulegten, gab der Konzern mal wieder viel Geld etwa für Investitionen in Datenzentren und neue Mitarbeiter aus. Insgesamt nahmen Alphabets Kosten und Ausgaben in den drei Monaten bis Ende Dezember um 18,5 Prozent auf 36,8 Milliarden Dollar zu.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte Alphabet den Umsatz um 18 Prozent auf 162 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs von 30,7 Milliarden auf 34,3 Milliarden Dollar.

rei/dpa

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